Review: Deadly Class | Staffel 1 (Serie)

Kommen wir heute zu vergleichsweise vorgerückter Stunde zu einer wirklich mäßigen Serie, die dann auch prompt nach dieser einen Staffel wieder eingestellt worden ist.

Deadly Class
Staffel 1

Deadly Class, USA 2018-2019, ca. 45 Min. je Folge

Deadly Class | © Syfy
© Syfy

Serienschöpfer:
Rick Remender (auch: Comic-Vorlage)
Miles Orion Feldsott
Wesley Craig (Comic-Vorlage)
Ausführende Produzenten:
Anthony Russo
Joe Russo
Rick Remender
Miles Orion Feldsott
Mick Betancourt
Lee Toland Krieger
Mike Larocca
Adam Targum

Main-Cast:
Benedict Wong (Master Lin)
Benjamin Wadsworth (Marcus Lopez)
Lana Condor (Saya Kuroki)
María Gabriela de Faría (Maria Salazar)
Luke Tennie (Willie Lewis)
Liam James (Billy)
Michel Duval (Chico)
in weiteren Rollen:
Taylor Hickson (Petra)
Olivia Cheng (Master Gao)
Brian Posehn (Shandy)
Siobhan Williams (Brandy Lynn)
Tom Stevens (Chester ‚Fuckface‘ Wilson)
Jack Gillett (Lex)
Sean Depner (Viktor)
Isaiah Lehtinen (Shabnam)
Victor Andres Turgeon-Trelles (Holy Ghost)
David Zayas (El Alma del Diablo)

Genre:
Action | Abenteuer | Komödie | Drama | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Deadly Class | © Syfy
© Syfy

Neuling und Außenseiter Marcus kommt in den 80er-Jahren als Waise neu in der King’s-Dominion-Privatschule an, die von zahlreichen Gangs und Gruppierungen dominiert und von dem strengen Master Lin geführt wird. Anders aber als an anderen Schulen sehen hier die Fächer aus und die Schülerinnen und Schüler dieser elitären Institution werden stattdessen in Nahkampf, Giftmischerei, Beschattung und Beseitigung geschult, um zur nächsten Generation Profi-Killer herangezüchtet zu werden. Davon aber einmal abgesehen, verhält sich die Schülerschaft absolut typisch und so wird Marcus alsbald gemobbt, während er sich mit anderen Außenseitern zusammentut, denen das Dominanz-Gehabe vom wohlhabenden Yakuza-Nachwuchs beispielsweise ebenfalls ein Dorn im Auge ist. Dennoch wird Marcus sich einstweilen behaupten müssen, denn in einer Schule, die waschechte Killer heranzüchtet, ist er natürlich kaum seines Lebens sicher, auch wenn eine der Regeln besagt, dass kein Schüler einen anderen töten dürfe…

Rezension:

Eigentlich wollte ich ja seinerzeit schon den zugrunde liegenden Comic zu Deadly Class gelesen haben, doch ist der in letzter Konsequenz irgendwie an mir vorbeigerauscht und ich habe mich nie aufraffen können, diesem Umstand Abhilfe zu leisten. Dann wiederum wurde eine Serien-Adaption seitens Syfy angekündigt und ich war erneut Feuer und Flamme für die Story, hörte dann aber längere Zeit nichts mehr zu dem Projekt, derweil man ja hierzulande immer warten muss, ob und wer sich eventuell die Lizenz für eine Ausstrahlung sichern würde. Zeit verging, ich vertrieb mir anderweitig die Zeit, verlor sowohl Vorlage als auch Adaption aus den Augen, bis ich wie zufällig vor einiger Zeit bei JOYN auf die Serie stieß und mich folglich nun wenigstens an die Serie begeben wollte, die allerdings zwischenzeitlich nach einer Staffel auch prompt wieder eingestellt worden ist. Dennoch, die Neugierde obsiegte und vom Look her, ganz zu schweigen von der doch ungewöhnlichen Genre-Mixtur, schien das doch genau mein Fall zu sein, derweil die Staffel mit ihren zehn Episoden natürlich angenehm schnittig daherkommt. Nun, schlecht fand ich sie nicht, kann im Nachgang aber durchaus nachvollziehen, dass sie es schwer gehabt haben mag, ein Publikum zu finden, selbst gemessen an der Tatsache, dass es sich bei Syfy ja um einen ausgewiesenen Spartensender handelt.

Szenenbild aus Deadly Class | © Syfy
© Syfy

Dummerweise vermag aber die Genre-Verquickung, die sich auf dem Papier noch spannend liest, nicht wirklich zu überzeugen, denn neben den glänzend gefilmten und choreografierten Kampfszenen kommt hier doch einiges an Teenie-Drama zum Tragen, dass wie einer schlechten Soap entliehen wirkt und entsprechend generisch, abgeschmackt und profan wirken hier die alltäglichen Querelen der Internatsschüler, die sich betrinken und verknallen, gegenseitig mobben und bescheißen, wahlweise wütend, neidisch oder einfach nur geil sind, während wie sie wie nebenbei zu skrupellosen Killern ausgebildet werden sollen, ohne dass mal wirklich tiefer und nähergehend erklärt würde, wer hinter dem Projekt steht oder was es damit zu bezwecken gilt. So wirkt Deadly Class leider oft nicht ganz rund und stimmig, derweil es schon bei den Figuren weitergeht mit dem fehlenden Charisma, denn hier werden überwiegend Stereotypen – ebenfalls wie aus einschlägigen Soaps entliehen – aneinandergereiht und die wenigen vielversprechenden Figuren gehen in dem durchaus üppigen Konsortium letztendlich unter. Und natürlich sind all die Charaktere noch mit persönlichen Dramen und tragischer Vergangenheit behaftet, die zwar auf ziemlich coole Weise in animierter Form erzählt werden, damit aber auch jede Episode regelrecht unterbrechen und ausbremsen, eben schlichtweg aus dem Geschehen reißen.

Es ist nicht so, dass man sich Deadly Class nicht ansehen könnte und ich möchte mitnichten das gesamte Projekt schlecht reden, doch während sich das Geschehen stylisch cool präsentiert und auch zuweilen ordentlich blutig und brutal gerät, fällt es schwer, sich den Figuren anzunähern, mit denen selbst solch überzeichnete Geschichten ja nun einmal stehen und fallen. Und da ragt wirklich niemand aus der Masse heraus und selbst Benedict Wong (Doctor Strange), der als Schulleiter Master Lin trotz prominenter Nennung mitnichten die Hauptrolle spielt, bleibt merkwürdig diffus und unbestimmt. Schlimm wird es dann allerdings, wenn plötzlich fadenscheinige, wie aus dem Nichts kommende Gründe zusammen gezimmert werden, um einen Teil der Schüler beispielsweise zu einem Trip nach Vegas zu bewegen, denn auch wenn sich am Ende dieser Folge ein doch durchaus überraschender Paradigmenwechsel vollzieht, ist der Weg dorthin – natürlich inklusive obligatorischem Drogentrip – doch eher mäßig geraten. Derweil gerät ab spätestens diesem Punkt auch die eigentliche Ausbildung der Teens im King‘s Dominion zunehmend ins Hintertreffen und während es anfangs noch wirkt, als würden sie mit fester Hand und rigoros geführt werden, scheinen sie sich irgendwann einfach alles erlauben zu können, so lange es nur dem holprigen Plot dienlich ist, der kaum eine klare Linie zu finden imstande ist.

Szenenbild aus Deadly Class | © Syfy
© Syfy

Der erzählerische Genickbruch findet sich dann allerdings tatsächlich im Staffel- und somit Serien-Finale, das so dermaßen abgehoben und überzogen ist, dass man sich zeitweise in einer anderen Serie wähnt, derweil auch hier diese finale Auseinandersetzung dermaßen konstruiert wirkt, dass es schon nicht mehr schön ist. Dafür, dass die Serie nach dem abschließenden Cliffhanger abgesetzt worden ist, kann sie derweil natürlich nicht einmal viel, wohl aber dafür, dass es sich nicht einmal um einen Cliffhanger im klassischen Sinne handelt. Hier nämlich ist es mehr so, als hätte man gemerkt, die reguläre Laufzeit einer Episode erreicht zu haben und prompt die Kameras ausgestellt hätte. Dermaßen unvermittelt endet kaum eine Geschichte und gemessen an der auch sonst sehr durchwachsenen Qualität kann ich folglich nicht einmal die eine, existierende Staffel Deadly Class mit gutem Gewissen empfehlen, denn nur für ein paar cool choreografierte Kämpfe zwischen durch lohnt es mitnichten, rund zehn Stunden Lebenszeit zu investieren, während der Rest leider nur wenig überzeugende Durchschnittsware geworden ist. Neben dem allgemeinen Look der Serie bleibt am Ende dann am ehesten noch der großartige Eighties-Soundtrack, den man durchaus lobend erwähnen darf, auch wenn selbst der sich überwiegend auf die altbekannten Klassiker verlässt, die man in beinahe jedem Film oder jeder Serie findet, die sich in dieser Ära abspielen.

Fazit & Wertung:

Leider wusste mich die erste – und einzige – Staffel der Comic-Adaption Deadly Class kaum abzuholen, denn fernab von optisch überzeugendem Flair und gelungenen Kampf-Choreos kommt die Serie dramaturgisch arg profan und generisch daher, während viele Plot-Entwicklungen über die Maße konstruiert und wenig mitreißend wirken. Das fehlende Charisma der stereotypen Charaktere tut dann leider sein Übriges, die Show unerbittlich im Mittelmaß versanden zu lassen.

5,5 von 10 in Ausbildung befindlichen Profi-Killern

Deadly Class | Staffel 1

  • In Ausbildung befindliche Profi-Killer - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

Leider wusste mich die erste – und einzige – Staffel der Comic-Adaption Deadly Class kaum abzuholen, denn fernab von optisch überzeugendem Flair und gelungenen Kampf-Choreos kommt die Serie dramaturgisch arg profan und generisch daher, während viele Plot-Entwicklungen über die Maße konstruiert und wenig mitreißend wirken. Das fehlende Charisma der stereotypen Charaktere tut dann leider sein Übriges, die Show unerbittlich im Mittelmaß versanden zu lassen.

5.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Reagan-Zeit (6/10)
02. Der Neue (6/10)
03. In der Schlangengrube (5,5/10)
04. Machtspiele (5,5/10)
05. Der Trip (5/10)
06. El Diablo und der heilige Geist (5,5/10)
07. Der tote Kopf (6/10)
08. Kein Weg zurück (6/10)
09. Liebe & Betrug (5,5/10)
10. Scherbenhaufen (6/10)

 
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Deadly Class | Staffel 1 ist seit dem 26.11.19 bei Joyn Plus+ verfügbar.

vgw

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