Review: Star Wars: Das Alphabet-Geschwader | Alexander Freed (Buch)

Das Star Wars Universum

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Bevor es noch später wird, komme ich noch schnell mit meiner neuesten Rezension um die Ecke, deren Inhalt – also das Buch – ich euch durchaus ans Herz legen kann, auch wenn es anfänglich ein wenig hakelt mit der Dramaturgie.

Star Wars
Das Alphabet-Geschwader

Star Wars: Alphabet Squadron, USA 2019, 576 Seiten

Star Wars: Das Alphabet-Geschwader von Alexander Freed | © Blanvalet
© Blanvalet

Autor:
Alexander Freed
Übersetzer:
Andreas Kasprzak

Verlag (D):
Blanvalet
ISBN:
978-3-734-16238-1

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Rings um ihren Sternjäger tobte der Sturm, blauer und gelber Schlamm spritzte gegen die facettierte Cockpitscheibe. Beinahe überschlug sich die Maschine, als eine Windböe den Steuerbordflügel anhob. Quell konnte die Repulsoren gerade noch mit ihrer behandschuhten Linken justieren, während sie mit der rechten Hand einen klappernden Regler in die richtige Position drückte.

Der zweite Todesstern ist zerstört und der Imperator getötet, sein Imperium fällt auseinander. In dieser Zeit des Umbruchs beginnt die Neue Republik sich erst langsam zu etablieren und viele, die zuvor noch in den Diensten des Imperiums standen, finden sich nun auf der anderen Seite wieder. Auch Yrica Quell ist zu den Rebellen übergelaufen, auch wenn sie längst noch nicht von deren Idealen und Zielen überzeugt ist. Vor allem aber muss sie erst einmal unter Beweis stellen, dass man ihr vertrauen kann, während sie relativ unvermittelt auserkoren wird, eine kleine wie ungewöhnliche Schar an Raumjäger-Piloten anzuführen. Die Staffel, aus einem X-, Y-, A-, B- sowie U-Flügler bestehend, hat bald in der Flotte den Spitznamen Alphabet-Staffel weg, doch auch sie wird sich alsbald beweisen müssen, denn aufgrund Yrica Quells Vergangenheit ist die Truppe prädestiniert, das gefürchtete Schattengeschwader des Imperiums aufzuspüren…

Rezension:

Eigentlich hätte Star Wars: Das Alphabet-Geschwader ja schon im vergangenen Jahr bei uns erscheinen sollen, doch hatte die Pandemie da leider andere Pläne und die Veröffentlichung wurde kurzerhand um ein Jahr nach hinten verschoben. Nachdem ich mich im Vorfeld also lange auf den Roman gefreut hatte, war unvermittelt wieder eine Zeit des Wartens angesagt, wobei es nun eben endlich auch hierzulande losgeht mit dem ersten Teil dieser Trilogie, die in Amerika nun bereits ihren Abschluss gefunden hat. Und endlich einmal geht es in keiner Weise um Jedi oder Sith, sondern wahrhaftig und vordergründig eine Schar Jägerpiloten, was seinen ganz eigenen Reiz entfaltet und ein Flair mit sich bringt, das nicht minder gespannt den für 2023 angekündigten Film Star Wars: Rogue Squadron erwarten lässt. Ungeachtet dessen nämlich, dass das geschriebene Wort eigentlich weniger geeignet ist, um ausufernde Raumschlachten zu schildern und vor allem zu visualisieren, gelingt dies Autor Alexander Freed überraschend gut, dem hier sein Militär-Jargon hilft, den er auch schon bei Battlefront: Twilight-Kompanie bemühen durfte.

Die Tage nach dem Tod des Imperators waren chaotisch gewesen. Der entschlossene Aufstand von Tausenden Planeten hatte nicht nur bewiesen, dass die Rebellen recht gehabt hatten, was die öffentliche Meinung über das Imperium betraf. Er hatte auch klargemacht, dass es keine Rückkehr zu den alten Strukturen geben würde, keine schnelle Wiederherstellung der alten Herrschaftsform.

Tatsächlich teilt sich nun aber auch Das Alphabet-Geschwader so manche Schwäche mit dem vier Jahre zuvor erschienenen Roman, denn hie wie dort ist es eine zunächst vergleichsweise zähe Angelegenheit, sich überhaupt erst in die Geschichte zu fuchsen. Das liegt hier insbesondere daran, dass Freed Handlungen an mehreren Orten und mit gefühlt Dutzenden Figuren eröffnet, bei denen mir absolut nicht klar war, wer denn nun für die spätere Alphabet-Staffel – warum auch immer sie im Titel des Buches als Geschwader bezeichnet wird – von Relevanz sein würde und wann und warum diese überhaupt gegründet wird. Klar ist zumindest schnell, dass Yrica Quell als eine Art Protagonistin betrachtet werden darf und auch hinsichtlich ihrer Vorgeschichte und ihrer Beweggründe zunehmend ausgelotet wird. Als Deserteurin, die während Operation Asche den Resten des Imperiums den Rücken gekehrt hat, ist sie auch eine mehr als dankbare und vor allem interessante Figur, zumal Freed sich bemüht, ihre ambivalenten Gefühle abzubilden, denn es steckt ohne Frage noch viel militärischer Drill und imperiale Disziplin in ihr, die man bei den einstigen Rebellen der Neuen Republik nur selten findet, ganz davon abgesehen, dass niemand einer Ex-Imperialen so recht über den Weg trauen mag. Das weiß auch Yrica und sucht verzweifelt nach Wegen, ihre Loyalität unter Beweis zu stellen, wobei genau diese Verbissenheit natürlich andere wiederum skeptisch werden oder bleiben lässt, was oft genug für interessante Spannungsverhältnisse sorgt.

Auch die weiteren Kapitel und Charaktere wissen ganz grundsätzlich zu gefallen, doch dauert es hier eben bedeutend länger, bis man überhaupt erahnt, dass die geschilderten Figuren womöglich Teil der Alphabet-staffel werden könnten, derweil sich Freed hier auch mit tiefergehender Charakterisierung merklich zurückhält. Um es mal ganz platt auszudrücken: hätte ich bei der Lektüre des ersten Drittels schon gewusst, was danach passieren und wer das erste Drittel überhaupt überleben würde, ich hätte mehr Freude bei der Lektüre gehabt, denn so nimmt man doch vieles nur halbherzig oder am Rande auf und fragt sich, ob diese oder jene Figur später noch relevant sein wird oder alsbald das Zeitliche segnet. Ja, ich wäre geneigt gewesen, im Fall von Star Wars: Das Alphabet-Geschwader von einer Enttäuschung zu sprechen, insbesondere in Anbetracht der langen Wartezeit, doch zum Glück fängt sich das Geschehen ganz gehörig mit Beendigung des ersten von drei großen Teilen innerhalb des Buches, das ja wiederum "nur" den Auftakt einer Trilogie darstellt. Plötzlich laufen Handlungsfäden zusammen, ergeben die Details einen Sinn, kristallisieren sich der rote Faden und das übergeordnete Thema hinaus, während dann erstmalig auch die namensgebende, frisch zusammengewürfelte Alphabet-Staffel zum Einsatz kommt.

»Wir reden hier über eine Regierung, die kaum Zeit hatte, sich richtig zu formieren«, erwiderte IT-O. »Zu erwarten, dass die Neue Republik in so kurzer Zeit eine Philosophie nationaler Sicherheit entwickelt hat, wäre unlogisch.«
»Vielleicht«, brummte Caern. Er warf dem Droiden einen Blick zu und fragte sich (wie so oft), ob die Einheit versuchte, ihn zu manipulieren; ihn zu einer Schlussfolgerung zu führen, die er sonst nicht gezogen hätte. Aber der karmesinrote Fotorezeptor des Droiden war ein Buch mit sieben Siegeln.

Von da an vermag der Roman zunehmend zu faszinieren und seine Stärken gewinnbringend einzusetzen, denn nachdem die Mitglieder der Staffel eben einmal gesetzt sind, nimmt sich der Autor auch die Zeit, sich ihnen und ihrer Motivation nähergehend zu widmen, was eine sehr illustre Schar an mehr oder minder verkrachten Existenzen ergibt, die sich notgedrungen zusammenzureißen versuchen und dabei allesamt so ihre Päckchen zu tragen haben. Nebenbei bemerkt habe ich mich zudem über eine gar nicht mal so kleine Nebenrolle für Hera Syndulla gefreut, die hier als Generalin der Neuen Republik auch ein Auge auf die frisch gegründete Staffel hat. Deren Kontrahenten, das Schattengeschwader, bleiben dagegen ausnehmend blass und eigentlich widmet man sich – wenn überhaupt – nur deren Kommandantin Oberst Nuress, genannt Großmutter. Die kennt man bereits aus dem bei Panini erschienenen TIE-Jäger: Schattengeschwader, was so eine Art Crossover zwischen den einzelnen Medien und Verlagen darstellen sollte, woraus aber hierzulande eben pandemiebedingt nichts wurde. Verwerflich ist das nicht, dass man das Schattengeschwader ansonsten nur distanziert und von außen betrachtet, zumal das deren Bedrohlichkeit nur noch erhöht und – ganz im Sinne der Immersion – dem Blickwinkel der Alphabet-Staffel entspricht. Ansonsten zeichnet sich aber bereits für den Folgeband ab, dass sich die Perspektive in einem steten Wandel befindet, denn in geschickt gestreuten Intermezzi, die erst auf den letzten Seiten ihren Zweck offenbaren, legt Freed bereits das Fundament für den zweiten Band, auf den ich mich nun – trotz anfänglich mühsamen In-die-Gänge-kommen der Handlung – wieder sehr freue.

Fazit & Wertung:

Der von Alexander Freed verfasste Roman Star Wars: Das Alphabet-Geschwader, der als Auftaktband einer Trilogie um die namensgebende Jägerstaffel dient, präsentiert sich anfangs unnötig zäh und sperrig, doch das Durchhalten wird mehr als belohnt, wenn Story und Dramaturgie an Fahrt aufzunehmen beginnen und die ungewöhnliche Staffel ihre ersten Missionen absolvieren darf.

7,5 von 10 brenzligen Flugmanövern

Star Wars: Das Alphabet-Geschwader

  • Brenzlige Flugmanöver - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Der von Alexander Freed verfasste Roman Star Wars: Das Alphabet-Geschwader, der als Auftaktband einer Trilogie um die namensgebende Jägerstaffel dient, präsentiert sich anfangs unnötig zäh und sperrig, doch das Durchhalten wird mehr als belohnt, wenn Story und Dramaturgie an Fahrt aufzunehmen beginnen und die ungewöhnliche Staffel ihre ersten Missionen absolvieren darf.

7.5/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Blanvalet. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Star Wars: Das Alphabet-Geschwader ist am 21.06.21 im Blanvalet Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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Eine Reaktion

  1. Greifenklaue 27. September 2021

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