Review: Terminator: Die Erlösung (Film)

So, zu später Stunde und kurz vor dem Schlafengehen hier noch eine weitere, neue Rezension zu einem nicht mehr ganz so neuen Film, den ich aber günstig erstehen konnte, um meinen neuerstandenen Blu-Ray-Player standesgemäß einzuweihen. Das ist schon einige Tage her, aber wer meine Einträge aufmerksam verfolgt, dem wird schon aufgegangen sein, dass ich nicht immer alles so zeitnah rezensieren kann, wie ich es mir vielleicht wünschen würde, weil aktuellere/interessantere/wichtigere Themen Vorrang bekommen. Doch vollkommen egal, hier ist sie nun, Verspätung hin oder her.

Terminator: Die Erlösung

Terminator Salvation, USA 2009, 118 Min.

Terminator: Die Erlösung
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
McG
Autoren:
John Brancato
Michael Ferris
David C. Wilson

Main-Cast:
Christian Bale (John Connor)
Sam Worthington (Marcus Wright)
Anton Yelchin (Kyle Reese)
Bryce Dallas Howard (Kate Connor)
Helena Bonham Carter (Dr. Serena Kogan)


Genre:
Science-Fiction | Action | Endzeit


Trailer:

 

Inhalt:

Im Jahre 2003 vermacht der zum Tode verurteilte Mörder Marcus Wright seinen Körper der Wissenschaft und wird hingerichtet.

Die Zukunft, 2018: John Connor kämpft im Widerstand gegen Skynet und sucht verzweifelt nach Mitteln und Wegen, der Gefahr durch die Maschinen Herr zu werden.Bei einer seiner Missionen findet er die Pläne für den T-800 und macht sich auf, den Köpfen des Widerstands Bericht zu erstatten. Hier erfährt er von der Entdeckung eines Kurzwellensignals, welches angeblich in der Lage sein soll, die Maschinen kurzzeitig auszuschalten.

Kurz darauf taucht Marcus Wright in der Einöde auf, vollkommen verwirrt und desorientiert begibt er sich auf seine Reise durch das verwüstete Amerika in dem Wissen, dass sein Ziel die Skynet-Zentrale in San Francisco ist. Dabei trifft er auf Kyle Reese, Connors Vater. Doch auch Connor sucht nach Reese in dem Glauben, dass er der Schlüssel zum Fortbestehen der Menschheit sein wird.

Hinweis:

Grundlage für die Rezension ist der im Vergleich zur Kinofassung um etwa drei Minuten längere Director’s Cut. Ein ausführlicher Vergleich beider Fassungen findet sich auf Schnittberichte.com.

Rezension:

Terminator: Die Erlösung ist sowohl vierter Teil wie auch gedachter Beginn einer neuen, zweiten Trilogie. Man merkt deutlich, wie viele Jahre zwischen den „alten“ Teilen und diesem hier vergangen sind und ich spreche hier nicht den technischen Fortschritt an, sondern die Affinität, immer größere, bombastischere und dabei trotzdem massenkompatible Geschichten zu erschaffen. Für den neuesten Teil der Terminatorreihe bedeutet dies, dass er im Vergleich zu seinen Vorgängern äußerst handzahm daherkommt und damit einen Teil seiner düsteren Atmosphäre aufgibt, wo doch diese gerade in der vorliegenden Geschichte, in dem trostlosen Endzeitszenario, nach dem „Fall“ der Menschheit, zu voller Entfaltung hätte kommen können. Stattdessen erinnert der neueste Terminator in seinen schlimmsten Momenten an Filme wie Transformers (siehe auch hierzu den Artikel auf Schnittberichte.com), auch wenn der wuchtige Sound und die bombastischen Effekte natürlich zu begeistern wissen, hat dieses Effektgewitter nicht mehr viel mit der ursprünglichen Geschichte gemein.

Auf die zugrundeliegende Geschichte wird allerdings durch einige Reminiszenzen geschickt Bezug genommen, dies fand ich recht gut umgesetzt, auch wenn man sich als Fan sicherlich mehr gewünscht hätte, zumal die wenigen Anlehnungen zugegebenermaßen in einem Wust aus Actionsequenzen geradezu untergehen. Ich denke, dies ist ebenfalls ein Symptom der angesprochenen Massenkompatibilität: Man wollte nicht die Gefahr eingehen, den auf „Äktschn“ eingeschworenen Zuschauer mit zu vielen Insider-Gags, Informationen, philosophischen Ansätzen oder Gott bewahre, tiefgründiger und/oder intelligenter Geschichte zu verwirren.

Schade insbesondere deshalb, da es sich bei unserem Hauptdarsteller Christian Bale erwiesenermaßen nicht nur um einen charismatischen, sondern auch fähigen Schauspieler handelt, wie er in der Vergangenheit bereits mehrfach zeigen durfte. Leider lässt das Drehbuch ihm nicht viel Raum für eine Figur mit Ecken und Kanten und, ja, Charakter, so dass sich seine Auftritte auf Parolengedresche und Stichwortgeberei beschränken, sowie einige fast noch passable Monologe. Noch schlimmer allerdings hat es Connors Frau getroffen, dargestellt von Bryce Dallas Howard: Ihr wird keine andere Aufgabe zuteil, als traurig und besorgt zu schauen und hin und wieder nichtssagende Einzeiler von sich zu geben.

Generell kam bei mir zum Schluss des Films Bedauern auf über viele ungenutzte Möglichkeiten. Das große Problem ist nämlich, dass das grundsätzliche Skript in meinen Augen gar nicht schlecht ist, man hätte nur die Gewichtung von Action und Story zugunsten der Story verschieben müssen, um einen wahrhaft packenden und trotzdem mitreißenden Film zu schaffen.

Doch durch die überzogene und gleichzeitig auf kindgerecht getrimmte Action nimmt sich Terminator: Die Erlösung einiges an Glaubwürdigkeit und Drive; stattdessen wären etwas mehr geschichtliche Details und eine „düsterere“ Zukunft wünschenswert gewesen.

Über kleinere und größere Logiklöcher möchte ich mich an dieser Stelle gar nicht auslassen, da ich – insbesondere in diesem Genre – über vieles zugunsten einer funktionierenden Dramaturgie wohlwollend hinwegsehen kann.

Alles in allem bleibt der Film in vielen Belangen hinter seinen Möglichkeiten zurück, zum Teil vom Regisseur verschuldet, zum Teil von den Drehbuchschreibern, aber auch vom Studio, was eine höhere Altersfreigabe und damit sinkende Zuschauerzahlen in den Kinos fürchtete, ohne dabei zu bedenken, dass auch die früheren Terminator-Teile mit dieser oder gerade wegen dieser höheren Freigabe wunderbar funktioniert haben.

Fazit & Wertung:

Terminator: Die Erlösung ist zu einem klassischen Blockbuster mit viel Getöse und eher wenig Substanz verkommen; Ansätze sind vorhanden, werden aber leider nicht verwandelt. Insbesondere der Vorgeschichte wird dieser Teil daher nicht gerecht. Auch bei diesem Film komme ich nicht umhin, zwei differierende Bewertungsmaßstäbe anzusetzen:

Als vierter Teil der Terminator-Reihe verschenkt er viele Chancen und verdient daher

5,5 von 10 marodierenden Cyborgs.

Terminator: Die Erlösung

  • Marodierende Cyborgs - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

Terminator: Die Erlösung ist zu einem klassischen Blockbuster mit viel Getöse und eher wenig Substanz verkommen; Ansätze sind vorhanden, werden aber leider nicht verwandelt. Insbesondere der Vorgeschichte wird dieser Teil daher nicht gerecht.

5.5/10
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Für sich betrachtet als Actionstreifen ohne großartigen Anspruch und ohne Berücksichtigung der vorangegangenen Teile verdient er aber allemal für seinen Unterhaltungswert 6,5 von 10 marodierenden Cyborgs.

Meinungen aus der Blogosphäre:
Christians Foyer: 4/10 Punkte
Moviescape: 6/10 Punkte

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