Review: Jurassic World: Das gefallene Königreich (Film)

Während sich hier langsam wieder Wochenendstimmung breitzumachen beginnt und derweil ich schon wieder auf dem Weg zu den nächsten familiären Festivitäten bin, kredenze ich noch eben schnell meine neueste Film-Kritik, die sich diesmal wieder den frisch zum Leben erweckten Dinosauriern widmet, wobei mich der Film grundsätzlich gut unterhalten hat, aber leider auch einige eklatante Schwächen aufweist.

Jurassic World
Das gefallene Königreich

Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018, 128 Min.

Jurassic World: Das gefallene Königreich | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseur:
J.A. Bayona
Autoren:
Derek Connolly
Colin Trevorrow

Main-Cast:
Chris Pratt (Owen Grady)
Bryce Dallas Howard (Claire Dearing)
Rafe Spall (Eli Mills)
Justice Smith (Franklin Webb)
Daniella Pineda (Zia Rodriguez)
James Cromwell (Benjamin Lockwood)
Toby Jones (Mr. Eversoll)
Ted Levine (Ken Wheatley)
in weiteren Rollen:
Jeff Goldblum (Ian Malcolm)
BD Wong (Dr. Wu)
Geraldine Chaplin (Iris)
Isabella Sermon (Maisie Lockwood)

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Jurassic World: Das gefallene Königreich | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Drei Jahre sind vergangen seit dem Zwischenfall, der zur Schließung des auf der Isla Nubar befindlichen Freizeitparks "Jurassic World" geführt hat und noch immer diskutieren Politik und Medien darüber, was mit den dort verbliebenen Urzeitwesen geschehen soll. Konnte man das Thema zuvor bequem auf die lange Bank schieben, steht nun der Ausbruch des ebenfalls auf der Insel befindlichen Vulkans bevor und droht die Dinosaurier ein weiteres Mal auszulöschen und vom Antlitz der Erde zu tilgen. Claire Dearing engagiert sich mittlerweile für die Rettung der urzeitlichen Echsen, weshalb sie auch nicht lange zögert, als Eli Mills sich in Vertretung des betagten Benjamin Lockwood an sie wendet und von dem wagemutigen Plan berichtet, die auf der Insel befindlichen Tiere still und heimlich umzusiedeln, bevor der Vulkan ausbricht. Doch für ein Gelingen der Operation benötigt man freilich auch die Hilfe von Raptoren-Kenner und -Erzieher Owen Grady, der einer Rückkehr auf die Isla Nubar allerdings mehr als skeptisch gegenübersteht…

Rezension:

Nachdem ich mich vor nicht einmal anderthalb Jahren schlussendlich dazu habe hinreißen lassen, Jurassic World eine Chance zu geben, um dann doch immens positiv überrascht zu werden, schürte das natürlich auch Neugierde und Vorfreude auf den drei Jahre später veröffentlichten Nachfolger, auch wenn das Medienecho hier doch reichlich durchwachsen gewesen ist. Nun irritierte mich zwar bereits der Trailer zu Jurassic World: Das gefallene Königreich, da hier doch einige, an einschlägige Katastrophenfilme gemahnende Szenen vorweggenommen worden sind, die mit leichten Abänderungen auch locker Teil des Vorgängers gewesen sein könnten, doch zum Glück ist das nur die halbe Wahrheit, denn der diesmal von J.A. Bayona inszenierte Streifen hüllt sich bezüglich seiner weiteren Handlung in Schweigen, was zu begrüßen wäre, wenn sich nicht vieles bereits nach wenigen Minuten erahnen ließe, so dass der im Mittelteil zu verortende Paradigmenwechsel nicht die erhoffte Wirkung entfaltet.

Szenenbild aus Jurassic World: Das gefallene Königreich | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Nun muss ich aber auch sagen, dass ich mir solcherlei Filme vorrangig mit dem Anspruch "Unterhaltung" ansehe und mitnichten alles auf die Goldwaage lege, was einem hier präsentiert wird, um den Plot am Laufen zu halten, denn diesbezüglich könnte man genussvoll allerhand Details sezieren und allein schon die zugrundeliegende Prämisse zerrupfen, doch wenn die Schauwerte wie auch der Wendungsreichtum der Story zu überzeugen wissen, ist die Notwendigkeit hierfür nicht unbedingt gegeben. So überzeugt Jurassic World: Das gefallene Königreich zunächst einmal als gelungene Fortsetzung des Vorgängers und weiß recht schnell wieder in die fiktive Parallelwelt zu entführen, zumal man sich natürlich auch auf den Kurzauftritt seitens Jeff Goldblum (Thor 3) freuen darf, der einen stimmigen Rahmen für die sich anschließenden Ereignisse bildet. Mit großartiger Vorgeschichte oder Exposition hält sich der Film dabei aber auch gar nicht auf und es geht vergleichsweise fix zurück zur Isla Nubar, um die verbleibenden Dinosaurier zu evakuieren, aber natürlich nicht ohne dass vorher die für dieses Projekt hinzugezogene Claire den ausgewiesenen Experten Owen erneut hinzuzieht, auch wenn der anfänglich so gar keine Lust hat, ihr erneut unter die Arme zu greifen.

Und ja, wenn man einmal ausklammert, dass der Park mittlerweile zerstört worden ist, geht hier doch vieles zunächst seinen gewohnten – also den aus dem Vorgänger bekannten – Gang, doch hat man eben sowohl mit der von Bryce Dallas Howard (50/50) verkörperten Claire sowie dem von Chris Pratt (Passengers) dargestellten Owen gleich zwei bekannte Charaktere, die einerseits als Identifikationsfigur und Fixpunkt dienen können und deren eigenwillige Chemie untereinander auch hier nach wenigen Sekunden wieder beispiellos gut funktioniert. Wie gesagt kann man das leider vom Rest des Plots aber nicht behaupten, denn nach einer vorhersehbaren, vieles wiederholenden ersten Hälfte folgt eine schon regelrecht hanebüchene zweite Hälfte, die zwar stimmungsvoll und abwechslungsreich geraten ist, allerdings keiner näheren oder kritischeren Betrachtung standhält. Dafür allerdings vermag Regisseur Bayona – der ja schon mit Sieben Minuten nach Mitternacht mein Herz erobert hat – dem Geschehen dahingehend neue Facetten abzuringen, dass hier weitaus mehr Horror im Vordergrund steht, wohlgemerkt ohne, dass dadurch Jurassic World: Das gefallene Königreich seine Familientauglichkeit einbüßen würde.

Szenenbild aus Jurassic World: Das gefallene Königreich | © Universal Pictures
© Universal Pictures

So kann ich diesen zweiten Teil als inszenatorisch absolut gelungen betrachten, was sich auch in zahlreichen wirklich einfallsreichen und erfrischend unverbrauchten Kameraeinstellungen widerspiegelt, wohingegen dramaturgisch die Sache leider deutlich durchwachsener liegt, zumal theoretisch fähige Darsteller wie Rafe Spall (The F-Word), Toby Jones (Wayward Pines) sowie James Cromwell (American Horror Story: Asylum) hier grenzwertig verschenkt werden und deren Charaktere absolut blass bleiben, während die Rückkehr von BD Wong (Den Sternen so nah) als Wissenschaftler Dr. Wu ein bloßes Gimmick bleibt. Dafür allerdings – und darum sollte es bei einem Film über Dinosaurier wohl auch gehen – wirken die reptilienhaften Urzeitwesen absolut lebensecht und überzeugend, was aus einer enorm gelungenen Verquickung aus Animatronics und CGI resultiert, so dass die unterschiedlichen Arten und Vertreter ihrer Gattung nicht nur gewohnt imposant aussehen, sondern auch wahrhaft lebendig wirken und spürbar Teil der dargestellten Welt sind, statt "wie reinkopiert" zu wirken. Nichtsdestotrotz hätten Derek Connolly und der hier ebenfalls wieder als Drehbuchautor beteiligte Colin Trevorrow dem Skript durchaus noch ein wenig mehr Feinschliff angedeihen lassen können, denn neben den offenkundigen Ungereimtheiten stört es auch, dass grundsätzlich interessante Aspekte der Story oft nicht weiter verfolgt und entsprechend nur angerissen werden. Das konsequente Ende des Geschehens allerdings, dass dem Namen Jurassic World zudem alle Ehre macht, bildet einen unbestreitbar interessanten und vielversprechenden Ausgangspunkt für die Trilogie, deren Abschluss dann wieder von Trevorrow persönlich inszeniert werden wird.

Fazit & Wertung:

Der diesmal von J.A. Bayona inszenierte Jurassic World: Das gefallene Königreich ist inszenatorisch und atmosphärisch gar noch eine Spur gelungener – und düsterer – als sein Vorgänger und zeichnet sich durch bombastische Effekte und absolut überzeugende Dinosaurier aus, wohingegen der Plot leider reichlich zusammengeschustert wirkt und wenige echte Überraschungen bereit hält und das, obwohl sich nach rund der Hälfte des Films ein ziemlicher Richtungswechsel ankündigt. Schade, denn so bleibt "nur" solide Unterhaltung, über die man besser nicht zu genau nachdenken sollte.

6,5 von 10 überzüchteten Dinos

Jurassic World: Das gefallene Königreich

  • Überzüchtete Dinos - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Der diesmal von J.A. Bayona inszenierte Jurassic World: Das gefallene Königreich ist inszenatorisch und atmosphärisch gar noch eine Spur gelungener – und düsterer – als sein Vorgänger und zeichnet sich durch bombastische Effekte und absolut überzeugende Dinosaurier aus, wohingegen der Plot leider reichlich zusammengeschustert wirkt und wenige echte Überraschungen bereit hält und das, obwohl sich nach rund der Hälfte des Films ein ziemlicher Richtungswechsel ankündigt. Schade, denn so bleibt "nur" solide Unterhaltung, über die man besser nicht zu genau nachdenken sollte.

6.5/10
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vgw

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