Review: Iron Man 3 (Film)

Das Marvel Cinematic Universe

Marvel Cinematic Universe

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Heute nach Neuerscheinungen und Neuzugängen mal wieder ein Film der Kategorie liegt-beinahe-fertig-rezensiert-hier-rum-und-harrt-seiner-Veröffentlichung, denn gesehen habe ich ihn sicher schon vor mittlerweile Monaten, aber nun ist auch mein Senf, den ich zum Film dazugeben möchte, endlich fertig und deshalb reden wir heute nun schlussendlich über:

Iron Man 3

Iron Man 3, USA 2013, 130 Min.

Iron Man 3 | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Shane Black
Autoren:
Drew Pearce
Shane Black

Main-Cast:
Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man)
Gwyneth Paltrow (Pepper Potts)
Don Cheadle (James Rhodes / War Machine)
Guy Pearce (Aldrich Killian)
Ben Kingsley (The Mandarin)
in weiteren Rollen:
Rebecca Hall (Maya Hansen)
Stephanie Szostak (Ellen Brandt)
James Badge Dale (Eric Savin)
Jon Favreau (Happy Hogan)

Genre:
Action | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Iron Man 3 | © Concorde
© Concorde

Nach den Ereignissen um die Avengers und den Kampf gegen Göttersohn Loki zieht sich Lebemann, Dandy, Milliardär und Genie Tony Stark immer mehr in sich selbst zurück und auch Pepper Potts kommt kaum noch an ihn heran. Hatte er sich immer für den größten Helden überhaupt gehalten, ist er nun desillusioniert, nachdem er an der Seite des Hulk, von Thor und nicht zuletzt Captain America hat kämpfen können. So wiegelt er auch schnell ab, als der Terrorist Mandarin mehrere Anschläge in und gegen die USA verübt, ist er schließlich nur ein Typ in einer Blechdose und kann dem Schurken herzlich wenig entgegensetzen, zumal der Kampf gegen Terroristen mehr in das Ressort seines Freundes Lt. James Rhodes fällt. Der verfügt inzwischen ebenfalls über einen der vielgerühmten Kampfanzüge und schimpft sich Iron Patriot.

Dann jedoch fällt eine Stark nahestehende Person einem der Anschläge des Mandarin zum Opfer und Stark erklärt ihm öffentlich den Krieg, was in einem Angriff auf sein Multimilliarden-Dollar-Domizil mündet, bei dem nicht nur Pepper in Gefahr gerät, sondern auch der Großteil seiner Iron Man-Anzüge zerstört wird und Stark selbst beinahe sein nasses Grab findet. Geschlagen und von der Welt für tot gehalten, strandet Stark in einem Kaff in Tennessee und muss sich gezwungenermaßen daran machen, seinen letzten verbliebenen Prototypen zu restaurieren, sind ihm schließlich bereits weitere Schergen mit Superkräften auf den Fersen. Und da sein Anzug noch längst nicht wieder als funktionstüchtig zu bezeichnen ist, liegt es an Stark selbst, zu beweisen, dass er das Zeug zum Superhelden hat.

Rezension:

Was hätte man nach The Avengers, diesem Action-Bombast-Feuerwerk allererster Güte aus der Feder von Joss Whedon machen können, um Iron Man 3 trotz der unweigerlich vorhandenen Vergleichsmöglichkeiten zu einem Erlebnis zu machen, wenn man sich nicht auf das simple wie durchschaubare höher-größer-weiter-Prinzip einlassen möchte, dass doch oft unweigerlich einen qualitativen Rückgang bedeutet – wie auch Iron Man 2 noch zu beweisen wusste: Richtig, man engagiert Shane „Kiss Kiss Bang Bang“ Black und versucht sich daran, die Figur des Tony Stark wieder stärker in den Vordergrund zu rücken, wie er nach den Erlebnissen in New York das erste Mal an seinen Fähigkeiten und gar seinem Ego zu zweifeln beginnt und sich in seine Tüfteleien und immer neue Prototypen von Iron Man-Anzügen flüchtet, um seine im Vergleich zu wortwörtlich göttlichen Helden profane Menschlichkeit zu kompensieren.

Szenenbild aus Iron Man 3 | © Concorde
© Concorde

Ab der ersten Minute erinnert Shane Blacks Interpretation dank des eingespielten Off-Kommentars an oben genannten Film und nach einem kurzen wie überzeugenden Intro aus dem Jahre 1999, als Eiffel 65 die Charts dominierte, kehren wir zu einem latent gebrochenen Tony Stark zurück, der sich nicht so recht eingestehen möchte, wie sehr ihm das Erlebte an die Substanz zu gehen vermochte. Statt AC/DC nun also seichtester Pop, kann das wirklich gut gehen? Kann es, denn nicht nur, dass Black sich über weite Teile des Films ganz dem Mann im Anzug statt dem Anzug selber widmet, punktet zudem noch jede einzelne Dialogzeile mit Esprit und augenzwinkerndem Humor, der zu keinem Zeitpunkt deplatziert oder aufgesetzt wirkt, sondern stattdessen die über zwei Stunden dauernde Chose zu einem furiosen wie unterhaltsamen Erlebnis macht und da sei es gar verziehen, wie der große Oberbösewicht, der Mandarin, traumhaft dargestellt von Sir Ben Kingsley, zu einem recht frühen Zeitpunkt im Film gnadenlos dekonstruiert wird und andere Kräfte und Bedrohungen in den Vordergrund rücken.

Guy Pearce macht dabei als Aldrich Killian eine unbestreitbar gute Figur und wächst sich bald zur vielleicht größten Bedrohung für den egomanischen Helden aus, der sprichwörtlich sämtliche Kaliber auffahren muss, um der Lage Herr zu werden. Ebenso bekommen Gwyneth Paltrow wie auch Don Cheadle durchaus die ihnen zustehende Screentime, wenngleich sie zugegebenermaßen kaum über den Status der stichwortgebenden Sidekicks hinauskommen, was aber mitunter daran liegt, dass Iron Man 3 so stark auf Stark fokussiert (ja, das war Absicht) und beispielsweise dessen Beziehung zu dem Kind Harley Keener (ebenfalls großartig: Ty Simpkins) deutlich mehr Relevanz hat, wenn er auf dem Weg zurück zu sich selbst, realisiert, dass auch er zuweilen auf Hilfe angewiesen ist. Davon ausgehend ist der Film bis in die kleinsten Rollen durchaus hochkarätig besetzt und listet von Rebecca Hall über William Sadler bis hin zu Miguel Ferrer einige bekannte Namen, wobei deren Qualitäten zugegebenermaßen regelrecht verschenkt werden.

Szenenbild aus Iron Man 3 | © Concorde
© Concorde

Trotzdem fällt es mir schwer, Iron Man 3 überhaupt etwas krumm zu nehmen, denn der Film bietet nicht nur alles, was man sich von einer gelungenen Comic-Verfilmung erwarten würde, sondern darüber hinaus beinahe ungewohnt viel Tiefgang und ein nichtsdestotrotz bombastisches Finale, ohne auch nur ansatzweise aus anderen Filmen zu kopieren. Den augenzwinkernd-spaßigen Grundton bewahrt sich Shane Blacks Film dabei zu jedem Zeitpunkt und auch wenn nicht ausnahmslos jeder Lacher sitzt und auch dieser Film nicht ohne kleinere, kaum relevante Logiklücken verfügt, ist der Auftakt von Phase 2 des Marvel Cinematic Universe eine auf ihre eigene sympathische Art unbestreitbar hochkarätige wie stimmige Neuinterpretation des Iron Man, die sich keinesfalls vor dem vorangegangenen großen Bruder The Avengers zu verstecken braucht und dem Zuschauer – ebenso wie Tony Stark – glaubhaft aufzeigt, dass der geniale Wissenschaftler weit mehr ist als nur der Mann in dem Anzug – und mit dieser simplen wie großartigen Prämisse hatte der Film schon nach wenigen Minuten mein Herz erobert, so sehr ich es nachvollziehen kann, dass seine Andersartigkeit viele Fans womöglich auch verprellt haben dürfte, weil sie sich schlicht etwas anderes erwartet hätten.

Fazit & Wertung:

So großartig Iron Man als Held sein mag, ist es noch großartiger, in Iron Man 3 Shane Blacks Interpretation des nur allzu menschlichen Helden hinter die Fassade des mächtigen Anzuges zu erleben und statt einer übermächtigen Kampfmaschine einen gewieften Wissenschaftler präsentiert zu bekommen, der sich mit Wortwitz, Schlagfertigkeit und Einfallsreichtum auch weiterhin aus jeder prekären Lage zu winden weiß, ob nun mit oder ohne Anzug. Ein ungewohnt tiefgründiger und selbstreflektierter Marvel-Film, weil er statt auf den Helden auf den Menschen dahinter fokussiert und sich das im Falle des wortgewandten wie arroganten Tony Stark als echter Glücksgriff erweist.

9 von 10 schier übermenschlich mächtige Kontrahenten

Iron Man 3

  • Schier übermenschlich mächtige Kontrahenten - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

So großartig Iron Man als Held sein mag, ist es noch großartiger, in Iron Man 3 Shane Blacks Interpretation des nur allzu menschlichen Helden hinter die Fassade des mächtigen Anzuges zu erleben und statt einer übermächtigen Kampfmaschine einen gewieften Wissenschaftler präsentiert zu bekommen, der sich mit Wortwitz, Schlagfertigkeit und Einfallsreichtum auch weiterhin aus jeder prekären Lage zu winden weiß, ob nun mit oder ohne Anzug. Ein ungewohnt tiefgründiger und selbstreflektierter Marvel-Film, weil er statt auf den Helden auf den Menschen dahinter fokussiert und sich das im Falle des wortgewandten wie arroganten Tony Stark als echter Glücksgriff erweist.

9.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 6,5/10 Punkte
CineCouch
Filmherum: 4,5/5 Punkte
Mind Palace: 4/5 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 7/10 Punkte
Xanders Blog: 8/10 Punkte

Iron Man 3 ist am 04.10.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Pingback: [Medienjournal] Review: Iron Man 3 (Film) | netzlesen.de()

  • Jetzt habe ich ja richtig Lust auf den Film bekommen! Dabei hatte ich irgendwann genug von dem Marvel-Helden – da die Blu-ray aber schon im Regal steht, werde ich die Sichtung aufgrund deiner Besprechung wohl einmal bald angehen :)

    • mwj

      Nach „Thor 2″ war ich vom „Marvel Cinematic Universe“ auch wiedermal genervt. Ich halte die zweite Phase auch für schwächer als die erste, wobei „Iron Man 3″ noch der beste Film von ersterer ist.

      • Ohje, dann bin ich mal gespannt, die zweite Phase steht mir ja in ihrer Gänze noch bevor, wobei ich es da jetzt auch nicht so über die Maßen eilig habe, meine Wissenslücken zu füllen.

  • mwj

    Also ich habe die Dekonstruktion des Mandarin, welche ja einen recht schweren Spoiler darstellt, nicht als Negativpunkt empfunden, sondern im Gegenteil sogar als einen der Pluspunkte des Films.

    http://www.kino.vieraugen.com/kino/iron-man-3/

    • Richtig negativ empfand ich es ja auch nicht, aber schade wars dann schon irgendwie, wobei so insbesondere Kingsley mal in einer merklich anderen Rolle brillieren durfte als sonst üblich. Kritik wird selbstredend noch mit in die ‚Meinungen‘ eingepflegt!

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