Review: The Expanse | Staffel 1 (Serie)

So, heute mal wieder etwas später, aber bei dem guten Wetter wart ihr ja eh alle draußen und unterwegs (sagt zumindest meine Statistik) und von daher habe ich mir gedacht, tut es auch nichts, wenn ich euch erst zum Abend hin beehre.

The Expanse
Staffel 1

The Expanse, USA 2015-, ca. 45 Min. je Folge

The Expanse | © Syfy
© Syfy

Serienschöpfer:
Mark Fergus
Hawk Ostby
Showrunner:
Naren Shankar
Mark Fergus
Hawk Ostby

Main-Cast:

Thomas Jane (Joe Miller)
Steven Strait (Jim Holden)
Cas Anvar (Alex Kamal)
Dominique Tipper (Naomi Nagata)
Wes Chatham (Amos Burton)
Paulo Costanzo (Shed Garvey)
Florence Faivre (Julie Mao)
Shawn Doyle (Sadavir Errinwright)
Shohreh Aghdashloo (Chrisjen Avasarala)

in weiteren Rollen:

Chad L. Coleman (Col. Frederick Lucius Johnson)
Jay Hernandez (Dimitri Havelock)
Lola Glaudini (Captain Shaddid)
Athena Karkanis (Octavia Muss)
François Chau (Jules-Pierre Mao)
Brian George (Arjun Avasarala)
Greg Bryk (Lopez)
Elias Toufexis (Kenzo)
Jared Harris (Anderson Dawes)
Kevin Hanchard (Inspector Sematimba)

Genre:
Drama | Mystery | Science-Fiction | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

Wir schreiben das 23. Jahrhundert: Die Menschheit hat mittlerweile Teile des Sonnensystems besiedelt, sich unter anderem auf dem Mond und dem Mars niedergelassen und weitere Kolonien gegründet. Jedoch existieren auch extreme politische Spannungen, denn während die Vereinten Nationen ihren Einfluss auszudehnen versuchen, erhebt der Mars Anspruch auf seine Unabhängigkeit, während die Bewohner des Asteroidengürtels, auf dessen Ressourcen sowohl Erde als auch Mars angewiesen sind, sich wiederum von beiden Parteien ausgebeutet fühlen und es scheint mit der wachsenden Einflussname einer militanten Widerstandsgruppe nur noch eine Frage der Zeit, bis der schwelende Konflikt eskaliert. Zu dieser Zeit wird der korrupte Ermittler Joe Miller auf der "Ceres Station" im Asteroidengürtel darauf angesetzt, die aus wohlhabendem Hause stammende Juliette Mao ausfindig zu machen. Die wiederum befindet sich auf der "Scopuli", einem Schiff, dessen Notruf den Eisfrachter "Canterbury" erreicht, derweil dessen Besatzung um den ersten Offizier James Holden nicht ahnt, welche Konsequenzen es nach sich ziehen wird, diesem Hilfegesuch nachzugehen…

Rezension:

Mehr durch Zufall – wie viele Reviews habe ich schon mit diesem Passus begonnen – bin ich jüngst bei Netflix über The Expanse gestolpert und während ich mich ja gerne immer mal wieder ärgere, dass das Science-Fiction-Genre in dieser Art und Ausprägung auch heutzutage noch recht stiefmütterlich behandelt wird, schien die einmal mehr von Syfy produzierte Serienstaffel mehr als geeignet, diesem Umstand Abhilfe zu schaffen. Dabei basiert die Serie auf der gleichnamigen Buchreihe von James Corey, hinter dem sich eigentlich die Autoren Daniel Abraham und Ty Franck verbergen, die sich wiederum auch als Produzenten und – im Fall der Folge Gewagtes Spiel (1.07) – Drehbuchautoren der Serie verdingen, die unlängst nach dem erfolgreichen Start der zweiten Staffel erneut verlängert worden ist. Die erste Staffel nun widmet sich aber zunächst den Geschehnissen des ersten Romans Leviathan Wakes (der hierzulande vom Heyne Verlag jüngst als Leviathan erwacht neu aufgelegt worden ist).

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

Von der ersten Episode 50.000 Kilometer (1.01) etabliert dabei The Expanse ein überaus spannendes Setting, denn von der Erde aus hat sich die Menschheit in Richtung Mond als auch Mars gewandt und beide Planeten sind dabei abhängig geworden von den Ressourcen des Asteroidengürtels, welcher wiederum die Ceres Station, eine immens große Raumstation bedingt, derweil es noch weitere Kolonien und Stationen geben mag. Während sich auf der überbevölkerten Erde die Vereinten Nationen zu einer Art "Weltregierung" aufgeschwungen haben, hat der Mars unlängst seine Unabhängigkeit konstatiert, was zu einem schwelenden Konflikt zwischen den beiden Parteien fühlt, derweil die sogenannten "Gürtler" sich von beiden Fraktionen unterjocht und ausgenutzt fühlen, was die Ceres Station zu einem mehr als gefährlichen Pulverfass macht. Entsprechend der unterschiedlichen Lokalitäten und Motivationen der einzelnen Figuren stehen hier auch gleich mehrere Figuren im Fokus der Erzählung, was zugegebenermaßen das Geschehen insbesondere zu Beginn ein wenig zerfasert wirken lässt, doch es lohnt sich, am Ball zu bleiben, denn meines Erachtens nimmt das Geschehen mehr und mehr an Fahrt auf, je weiter etabliert das Setting ist, denn von diesem Punkt ausgehend vermag die Story tatsächlich auch in die Tiefe zu gehen und sich den politischen Zusammenhängen zu widmen, was wiederum für eine mehr als durchdachte und in sich ungemein stimmige Welt spricht.

Vor allem aber gewinnt The Expanse durch die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Geschichte, denn die Crew der "Canterbury" – einem Eisfrachter – gerät relativ rasch in eine regelrechte Weltraum-Odyssee, in deren Verlauf sich Schiffsoffizier James Holden (Steven Strait) sich zum Anführer einer kleinen Schar Überlebender aufschwingt, die nach und nach einer großangelegten Verschwörung auf die Schliche kommt und ersten Kontakt mit der Mars-Bevölkerung hat, deren Heimat man allerdings in dieser Staffel noch nicht zu sehen bekommt. Auf der anderen Seite wäre da der von Thomas Jane (Vice) verkörperte Detective Joe Miller, der auf der Ceres Station für die private Sicherheitsfirma "Star Helix Security" arbeitet und mit seiner zynisch und moralisch ambivalenten Art prädestiniert dafür ist, Dreh- und Angelpunkt einer sich von hier aus entspinnenden Crime-Noir-Geschichte zu sein. Zuletzt wäre dann noch die Unterstaatssekretärin Chrisjen Avasarala (Shohreh Aghdashloo) zu nennen, die sich auf der Erde dem Problem der rebellischen OPA, der "Outer Planets Alliance" zu widmen versucht. Dabei ist vor allem die Entwicklung erstaunlich, die sämtliche handelnden Figuren im Verlauf der zehnteiligen Staffel durchmachen, denn während man bereits nach der ersten Folge zu wissen meint, mit welcher Art Charakter man es zu tun hat, gewinnen die Figuren vermehrt an Tiefgang, wobei in diesem Zusammenhang die Folge Anubis (1.09) zu nennen ist, denn hier endlich klärt sich in Form einer Rückblende das Schicksal des Schiffes "Scopuli" und damit einhergehend das von Julie Mao, welche die gesamte Staffel über ein mehr oder minder großes Mysterium bleibt und den Kern der Ermittlungen von Miller darstellt, gleichsam aber auch in der initialen Szene der Pilotfolge zu sehen ist.

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

In der Summe machen diese einzelnen Parts aus der ersten Staffel The Expanse ein ungemein abwechslungsreiches und spannendes Science-Fiction-Vergnügen, doch braucht es eben seine Zeit, bis man sich in diese Welt wirklich eingefunden hat, weshalb ich erst nach einigen Folgen so richtig warm wurde, doch spätestens mit CQB (1.04) hatte mich die Serie gepackt, gewinnt allerdings noch einmal spürbar an Spannung, wenn die einzelnen Handlungsfäden endlich zusammenzulaufen beginnen. Was mich allerdings zuweilen auch im weiteren Verlauf ein wenig gestört hat, ist die bierernste Art, wie hier die Story zum Besten gegeben wird, denn die locker-flockigen Sprüche, wie man sie beispielsweise aus Firefly gewohnt ist – den Vergleich konnte ich mir allein deshalb nicht verkneifen, da ich mich oftmals in Sachen Setting, speziell die später auftauchende Eros Station betreffend, an Whedons Serie erinnert fühlte – , wird man hier vergeblich suchen und abgesehen von Millers zynischer Art ist das Geschehen doch eher trocken dargebracht, was – in Kombination mit der doch sehr komplexen und nicht immer vollständig überschaubaren Story – noch Luft nach oben lässt, wobei ich persönlich mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Holden, Miller, Avasarala und Konsorten freue, speziell nach dem Cliffhanger, mit dem man am Ende von Das Monster ist erwacht (1.10) zurückgelassen wird.

Fazit & Wertung:

Mit The Expanse liefert der Spartensender Syfy eine ungemein stimmig konzipierte und zunehmend spannender werdende Space-Opera ab, die – gepaart mit ihren Noir-Elementen und der Vielzahl an Fraktionen und Figuren – reichlich Interesse schürt und in ein packendes Finale mündet, das die Weichen für die kommende Staffel stellt. Für Science-Fiction-Fans ohne Frage kaum zu umgehen.

8 von 10 Differenzen zwischen Erde und Mars

The Expanse | Staffel 1

  • Differenzen zwischen Erde und Mars - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Mit The Expanse liefert der Spartensender Syfy eine ungemein stimmig konzipierte und zunehmend spannender werdende Space-Opera ab, die – gepaart mit ihren Noir-Elementen und der Vielzahl an Fraktionen und Figuren – reichlich Interesse schürt und in ein packendes Finale mündet, das die Weichen für die kommende Staffel stellt. Für Science-Fiction-Fans ohne Frage kaum zu umgehen.

8.0/10
Leser-Wertung 9.4/10 (5 Stimmen)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. 50.000 Kilometer (7/10)
02. Die große Leere (7/10)
03. OPA und die Canterbury (7,5/10)
04. CQB (8/10)
05. Im Namen der Gerechtigkeit (8/10)
06. Tiefpunkt (8/10)
07. Gewagtes Spiel (8/10)
08. Die Bergungsmission (8,5/10)
09. Anubis (8,5/10)
10. Das Monster ist erwacht (8/10)

 
– – –

The Expanse | Staffel 1 ist seit dem 03.11.16 exklusiv bei Netflix verfügbar.

  • Mir ging es wie dir, ich hatte am Anfang auch leichte Probleme die verschiedenen Handlungen in Einklang miteinander zu bringen. Aber es entwickelt sich zu einer tollen Serie. Ich muss endlich mal mit Staffel 2 anfangen…

    • Stimmt, vor allem bei der zweiten Staffel baue ich sehr darauf, dass man ja nun schon einmal mit den Figuren vertraut ist und dass sie dann etwas schneller in Fahrt kommt. Habe mir dann jetzt auch mal den ersten Band der Buch-Reihe zugelegt und freue mich darauf, beide Fassungen vergleichen zu können.

  • Singende Lehrerin

    Das klingt doch tatsächlich ganz spannend – wandert definitiv auf meine gedankliche Watchlist! :)

  • Pingback: Review: Leviathan erwacht - Expanse-Serie 1 | James Corey (Buch) | Medienjournal()

%d Bloggern gefällt das: