Review: Percy Jackson – Diebe im Olymp (Film)

Heute ein paar Worte und Gedanken zu einem doch sehr mäßigen Fantasy-Abenteuer, dem ich zwar nicht vorwerfen kann, so richtiggehend schlecht zu sein, das aber auch an keiner Front so richtig überzeugt.

Percy Jackson
Diebe im Olymp

Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief, USA/UK/CA 2010, 118 Min.

Percy Jackson – Diebe im Olymp | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Chris Columbus
Autoren:
Craig Titley (Drehbuch)
Rick Riordan (Buch-Vorlage)

Main-Cast:

Logan Lerman (Percy Jackson)
Brandon T. Jackson (Grover)
Alexandra Daddario (Annabeth)
Sean Bean (Zeus)
Pierce Brosnan (Mr. Brunner / Chiron)
Steve Coogan (Hades)
Rosario Dawson (Persephone)
Catherine Keener (Sally Jackson)
Kevin McKidd (Poseidon)
Joe Pantoliano (Gabe Ugliano)
Uma Thurman (Medusa)

Genre:
Abenteuer | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Percy Jackson – Diebe im Olymp | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Percy Jackson leidet an ADS und schlägt sich mit einer ausgeprägten Leseschwäche herum, die ihm den Schulalltag erschwert. Dann allerdings macht die Klasse eines Tages einen Ausflug ins Museum und vor seinen Augen verwandelt sich Percys Mathelehrerin in eine waschechte Furie, die ihm nach dem Leben trachtet. Sein Freund Grover – wie sich herausstellt ein Satyr – eilt ihm zur Hilfe und bringt ihn in Sicherheit, wobei Percy erfährt, ein Sohn des Meeresgottes Poseidon zu sein und somit ein Halbgott. Dumm nur, dass alle ihn verdächtigen, den Herrscherblitz von Zeus entwendet zu haben, derweil er von seiner Herkunft bislang nicht einmal etwas ahnte. Gemeinsam mit Grover – der als sein Beschützer abgestellt worden ist – und der kampferfahrenen Athene-Tochter Annabeth macht Percy sich auf, die Vereinigten Staaten zu bereisen und bis in Hades‘ Unterwelt vorzudringen, wobei die Zeit drängt, denn der wütende Zeus droht, die Welt mit Krieg zu überziehen, sollte er den Herrscherblitz nicht zurückerhalten…

Rezension:

Lange Jahre bin ich damit ausgekommen, mir Percy Jackson – Diebe im Olymp nicht zu Gemüte geführt zu haben, doch da meine Liebste Lust darauf verspürte, den Film ein weiteres Mal zu sehen, habe ich mich diesmal angeschlossen, gleichwohl ich mich fragen muss, ob ich diese Zeit nicht sinnvoller hätte nutzen können. Dabei bringt der Fantasy-Streifen aus 2010 eigentlich alle Zutaten mit sich, um unterhaltsamen und überzeugenden Filmgenuss quasi zu garantieren, zumal auch die drei Jahre später entstandene Fortsetzung dafür zu sprechen schien, dass diese Annäherung an die griechische Mythologie so verkappt nicht hat sein können, denn wie viele ambitionierte Buchreihen-Verfilmungen hat es schon gegeben, die nach gerade mal einem Film bereits wieder eingestampft worden sind. Auch Regisseur Chris Columbus kann getrost als Gütesiegel betrachtet werden, denn auch wenn ich mich noch immer nicht für die Harry Potter-Filme habe erwärmen können, erfreuen die sich doch breiter Beliebtheit und er hat immerhin zwei davon inszeniert, während einige Komödien-Klassiker auf sein Konto gehen und er mich zumindest vor geraumer Zeit mit Pixels zu überzeugen wusste. Vielleicht mag es einfach daran liegen, dass hier schon wieder versucht worden ist, zu viel in einen einzigen Film zu packen, um der Vorlage gerecht zu werden oder daran, keine klar definierte Zielgruppe gehabt zu haben, denn im Wechselspiel zwischen Ernst und Albernheit, Drama und Humor überzeugt die Chose letztlich an keiner Front so richtig.

Szenenbild aus Percy Jackson – Diebe im Olymp | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Dabei wirkt allein die Einführung – zunächst noch gelungen düster und mit Kevin McKidd (Rom) als Poseidon sowie Sean Bean (Game of Thrones) als Zeus hochkarätig wie charismatisch besetzt – nach wenigen Minuten bereits ungemein gehetzt und es dauert nicht lange, bis Protagonist Percy dahinter kommt, ein Halbgott zu sein. Mit dem Einzug ins Halbgötter-Camp, um ihn vor finsteren Schergen abzuschirmen, geht es aber auch qualitativ wie dramaturgisch merklich bergab, während Percy Jackson bis dahin zumindest als solide Urban Fantasy mit Griechische-Mythen-Einschlag durchgegangen wäre. Abgesehen von rudimentären Skizzen aber lässt das Skript seitens Craig Titley den Figuren kaum Charakterzeichnung angedeihen und mag den Inhalt der Buchvorlage von Rick Riordan – der seinerseits das Skript wohl ebenfalls gehasst hat – arg zusammengestaucht haben, wie sich auch an der behelfsmäßig arrangierten Heldenreise belegen lässt, die im Grunde aus drei einzelnen, ebenfalls im Schnelldurchlauf abgefertigten "Abenteuern" besteht. Doch egal wohin man sieht, schwankt das eigene Empfinden stets zwischen den Extremen, das etwas entweder wahnsinnig faszinierend und spannend interpretiert worden ist oder andererseits aussieht und inszeniert wirkt, als habe man es mit einem B-Movie ohne Budget zu tun.

So ist es durchgehend das Hauptproblem von Percy Jackson – Diebe im Olymp, auf Biegen und Brechen witzig und kindgerecht sein zu wollen, aber auch Schwertkämpfe und das Abtrennen von Köpfen (Medusa, Hydra, die üblichen Verdächtigen) zeigen zu wollen, was eine sehr verquere Mischung ergibt, bei der man leider öfter den Kopf schüttelt als wohlwollend darüber hinwegsieht, zumal es auch storytechnisch eher mäßig zur Sache geht und offenkundige Ungereimtheiten und Denkfehler den Zuschauern weit früher auffallen als den Protagonisten, um diese Entwicklung dann auch noch als Twist zu verkaufen. Das macht sich besonders störend bemerkbar bei der Reise gen Unterwelt, wobei diese immerhin ziemlich gelungen ist und zudem mit Steve Coogan (Ruby Sparks) als Hades aufwartet, der eine überzeugend frische und selbstironische Interpretation des Gottes gibt. Auch an dem Helden-Trio, bestehend aus Logan Lerman (Vielleicht lieber morgen) als Göttersohn Percy Jackson, Alexandra Daddario (Weg mit der Ex) als schlagkräftige Annabeth sowie Brandon T. Jackson (Tropic Thunder) als mutiger Beschützer Grover, gleichsam für den Humor in der Gruppe zuständig, gibt es nicht allzu viel zu kritisieren, auch wenn die Zusammenstellung schon recht generisch daherkommt und den Figuren eben kaum Tiefe zuteil wird.

Szenenbild aus Percy Jackson – Diebe im Olymp | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Entsprechend ist Percy Jackson – Diebe im Olymp eine durch und durch kaum über Mittelmaß hinauskommende Chose geworden, die allerhand Möglichkeiten verschenkt, sich einmal zu oft selbst der Lächerlichkeit preisgibt und eben versucht, von Klein bis Groß jedem zu gefallen, was in eine äußerst durchwachsene, unstete Mischung mündet. Wirklich empfehlenswert ist das alles nicht, auch wenn ich schon weitaus schlimmere Filme gesehen habe, nur dass ausgerechnet diese Adaption dann noch zumindest eine Fortsetzung spendiert bekommen hat, erschließt sich mir nicht wirklich, zumal vieles ungeklärt bleibt in Bezug auf den Götter-Pantheon, deren Einflussnahme auf die Menschen und einiges mehr, wodurch dem Ganzen Stringenz und Dringlichkeit abhandenkommen und der Plot wirkt, als wäre er mit der heißen Nadel gestrickt. Ich glaube derweil fest daran, dass Riordans hierzulande kaum bekannte Buchvorlage weitaus überzeugender sein dürfte, zumal es dort logischerweise keine mäßig inszenierten Effekte gibt, die einen aus dem Geschehen reißen würden, ganz davon abgesehen, dass sicher auch die Figuren mit mehr Tiefgang und Charaktereigenschaften daherkommen, als es hier leider der Fall ist. Als alter Komplettist werde ich zwar sicherlich beizeiten nun auch noch den Nachfolger Im Bann des Zyklopen nachholen, doch verspreche ich mir zugegebenermaßen nicht allzu viel davon.

Fazit & Wertung:

Von der Prämisse her vielversprechend, krankt Percy Jackson – Diebe im Olymp leider sowohl dramaturgisch als auch inszenatorisch an so einigen Stellen und Regisseur Chris Columbus gelingt es zu kaum einem Zeitpunkt, ein kohärentes und überzeugendes Werk abzuliefern, während sich der Film merklich müht, jedem Anspruch gerecht zu werden und dabei in keiner Sparte so richtig überzeugt.

5 von 10 wütenden Göttern

Percy Jackson – Diebe im Olymp

  • Wütende Götter - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Von der Prämisse her vielversprechend, krankt Percy Jackson – Diebe im Olymp leider sowohl dramaturgisch als auch inszenatorisch an so einigen Stellen und Regisseur Chris Columbus gelingt es zu kaum einem Zeitpunkt, ein kohärentes und überzeugendes Werk abzuliefern, während sich der Film merklich müht, jedem Anspruch gerecht zu werden und dabei in keiner Sparte so richtig überzeugt.

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Percy Jackson – Diebe im Olymp ist am 16.07.10 auf DVD und Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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vgw

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