Review: Truth Seekers | Staffel 1 (Serie)

Auch heute geht es noch einmal in Richtung Horror und Komödie, wobei ich nicht einmal sagen könnte, ob ich der schrulligen Vampir-WG oder den spleenigen Geisterjägern hier den Vorzug geben würde. Entscheiden muss ich mich ja aber zum Glück nicht, wobei ich schon hoffe, dass auch hier noch eine zweite Staffel (und gerne mehr) folgen wird.

Truth Seekers
Staffel 1

Truth Seekers, UK/USA 2020-, ca. 28 Min. je Folge

Truth Seekers | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Serienschöpfer:
Nick Frost
Simon Pegg
James Serafinowicz
Nat Saunders
Ausführende Produzenten:
Nick Frost
Simon Pegg
Nat Saunders
James Serafinowicz
Miles Ketley
Jim Field Smith

Regisseur:
Jim Field Smith
Autoren:
Nick Frost
Simon Pegg
James Serafinowicz
Nat Saunders

Main-Cast:
Nick Frost (Gus Roberts)
Malcolm McDowell (Richard)
Samson Kayo (Elton John)
Susan Wokoma (Helen)
Emma D’Arcy (Astrid)
Simon Pegg (Dave)
in weiteren Rollen:
Taj Atwal (Elara)
Kelly Macdonald (JoJo 74)
Julian Barratt (Dr. Peter Toynbee)
Jon Rumney (Doctor Connelly)
Kate Nash (Mary Colford)

Genre:
Komödie | Horror

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Truth Seekers | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Gus Roberts arbeitet für das Telekommunikationsunternehmen SMYLE und ist einer der besten seiner Branche, wenn es darum geht, den Kunden schnellstes und zuverlässigstes WLAN zur Verfügung zu stellen. Der ist nicht gerade angetan, als sein Vorgesetzter Dave ihm den Neuling Elton John zur Seite stellt, damit der vom Besten lernt. Doch während ihrer ersten Außeneinsätze raufen sich die beiden langsam zusammen, stolpern aber auch über Merkwürdiges und Unerklärliches, was Gus sehr zupass kommt, denn in seiner Freizeit ist er passionierter Erforscher des Paranormalen und betriebt den wenig erfolgreichen YouTube-Channel "Truth Seekers". Elton ist davon weniger angetan, doch spätestens, als die von Geistern verfolgte Astrid die beiden um Hilfe bittet, kann er natürlich kaum anders, als sich in sein Schicksal zu fügen. Hilde bekommt das frisch zusammengeschweißte Duo dabei sowohl von Eltons agoraphobischer Schwester Helen und Gus‘ griesgrämigem Schwiegervater Richard, doch es geht weit mehr vor in der Welt des Übernatürlichen, als die Hobby-Geisterjäger zunächst ahnen…

Rezension:

Pünktlich zum jüngst vergangenen Halloween ist bei Amazon die von mir sehnlichst erwartete Serie Truth Seekers gestartet, die – wieder einmal und endlich wieder – das Komiker-Duo Simon Pegg und Nick Frost vereint, wobei ich trotz prominenter Nennung von Pegg direkt darauf hinweisen möchte, dass sein spleenig-dauerfröhlicher Dave als SMYLE-Oberhaupt wirklich nur eine kleine Rolle innehat und in machen Episoden gar nicht in Erscheinung tritt, so dass man sich bestmöglich nicht unbedingt eine Buddy-Komödie von Schlage der Cornetto-Trilogie erwarten sollte. Wobei, kann man durchaus, sollte sich jedoch klarmachen, dass besagtes Duo hier eben aus Gus Roberts (Frost) und dessen neuem Partner Elton John (Samson Kayo) besteht, deren Dynamik untereinander ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist. Dabei gelingt vor allem aber die tatsächliche Gratwanderung zwischen Horror und Komödie, denn auch wenn die insgesamt acht Episoden umfassende erste Staffel reichlich witzige Momente zu bieten hat, funktioniert im selben Maße auch der Horror, wenn der allgemeine Einschlag des Gezeigten natürlich durchaus dazu führt, dass man sich nie so wirklich hundertprozentig gruselt.

Szenenbild aus Truth Seekers | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Dessen ungeachtet sind die aneinander gereihten halbstündigen Episoden durchweg unterhaltsam und kurzweilig geraten, zumal es einiges an Mysterien und Rätseln gibt, die im Laufe der Staffel gelüftet werden. So stutzt man natürlich beispielsweise schnell, dass Gus‘ neuer Kompagnon Elton John heißen will, doch ist das weniger billiger Gag als tatsächlich etwas, das später noch Bedeutung erhalten wird, denn dass mit dem von den Ereignissen überforderten Elton etwas nicht stimmt, bekommt man schnell mit. Ähnliches gilt für Astrid (Emma D’Arcy), die in der ersten Episode unvermittelt von Geistern heimgesucht wird, mit dem Geschehen um Gus und Elton allerdings zunächst rein gar nichts zu tun hat, während sich in der Mitte der Staffel mit dem Besuch der CovColCosCon (Coventry Collectibles & Cosplay Convention) eine Art übergeordneter Widersacher zu erkennen gibt, der die bis dahin nur lose zusammenhängende Geschichte auf eine neue Stufe hebt. So hat man einerseits einen – durch anfängliche Rückblenden angekündigten – Fall der Woche zu bestreiten, kümmert sich aber eben auch um das große Ganze, das tatsächlich überaus clever konstruiert und miteinander verzahnt worden ist.

So hat das verantwortliche Autoren-Team, namentlich bestehend aus Simon Pegg, Nick Frost, James Serafinowicz und Nat Saunders (letztgenannte beiden auch Schöpfer und Schreiber von Sick Note) tatsächlich eine Art Masterplan in der Hinterhand, der auch die Produktion einer weiteren Staffel begünstigen dürfte. Denn auch wenn hier vieles in der Episode The Shadow of the Moon (1.08) zum Abschluss gebracht werden mag, sind die letzten Offenbarungen und die vorhandenen Cliffhanger doch mehr als geeignet, sich bestmöglich sofort eine Fortsetzung herbeizuwünschen. Ebenfalls mitverantwortlich für den gelungenen Eindruck ist aber sicherlich auch Regisseur Jim Field Smith (Alles in Butter), der zum Glück merkliches Gespür für Timing und Inszenierung besitzt, ob es nun gruselig, witzig oder beides zugleich sein soll. Lauthals lachen mag man bei Truth Seekers zugegebenermaßen eher selten, doch überzeugt dafür das liebevoll-schrullig inszenierte England hier umso mehr, das von allerhand seltsamen bis exzentrischen Gestalten bevölkert wird, die allesamt ihr Scherflein zum Charme der Serie beitragen. Liebevolle Reminiszenzen, insbesondere was klassische Geek-Themen wie etwa Doctor Who angeht, dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen und so ist es nur konsequent, dass Eltons Schwester Helen (Susie Wokoma, Enola Holmes) sich als Cosplayerin dafür entscheidet, ein originalgetreues Dalek-Kostüm zu basteln, was ihren Bruder in die schwierige Lage bringt, noch schnell einen Pömpel aufzutreiben.

Szenenbild aus Truth Seekers | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Einzig ein wenig bedauerlich und ernüchternd, dass man sich mehr gemeinsame Screentime für Simon Pegg (Ready Player One) und Nick Frost (Into the Badlands) gewünscht hätte, während beispielsweise auch der Gastauftritt von Kelly Macdonald (Goodbye Christopher Robin) denkbar knapp ausfällt, allerdings immerhin für eine etwaige Fortsetzung auf Großes hoffen lässt. Fernab dessen also, dass Truth Seekers in der ersten Staffel bereits eine ausgewogene Mischung aus Horror und Komödie präsentiert, lustvoll Mockumentarys und Geisterjäger-Geschichten aufs Korn nimmt und mit britischer Spleenigkeit und Popkultur-Gags zu punkten weiß, ist es vor allem auch ein gelungener Appetithappen, der Lust auf mehr macht und hoffentlich genügend Anklang findet, um schnellstmöglich verlängert zu werden. Denn der enthusiastische Gus, sein verschrobener Schwiegervater Richard (Malcolm McDowell), der schreckhafte, aber auch herzensgute Elton und seine liebenswerte Schwester Helen, die taffe Astrid und nicht zuletzt der stets gutgelaunte Dave schließt man unmittelbar ins Herz und ich denke, nicht nur ich möchte erfahren, wie es mit der illustren Truppe weitergehen wird.

Fazit & Wertung:

Mit der ersten Staffel Truth Seekers kredenzen Nick Frost und Simon Pegg eine gelungene Horror-Comedy mit zahlreichen gelungenen Einfällen, die allerdings ihr volles Potential noch längst nicht ausgeschöpft haben dürfte. Durchweg unterhaltsam und sehenswert ist die Chose aber dennoch, zumal eine ganze Reihe liebenswert-spleeniger Charaktere für sich einzunehmen wissen.

7,5 von 10 paranormalen Erscheinungen

Truth Seekers | Staffel 1

  • Paranormale Erscheinungen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Mit der ersten Staffel Truth Seekers kredenzen Nick Frost und Simon Pegg eine gelungene Horror-Comedy mit zahlreichen gelungenen Einfällen, die allerdings ihr volles Potential noch längst nicht ausgeschöpft haben dürfte. Durchweg unterhaltsam und sehenswert ist die Chose aber dennoch, zumal eine ganze Reihe liebenswert-spleeniger Charaktere für sich einzunehmen wissen.

7.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. The Haunting Of Connelly’s Nook (7/10)
02. The Watcher On The Water (7,5/10)
03. The Girl With All The Ghosts (7,5/10)
04. The Incident at CovColCosCon (7,5/10)
05. The Ghost Of The Beast Of Bodmin (7/10)
06. The Revenge Of The Chichester Widow (7,5/10)
07. The Hinckley Boy (7,5/10)
08. The Shadow Of The Moon (8/10)

 
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Truth Seekers | Staffel 1 ist seit dem 30.10.2020 exklusiv bei Amazon Prime Instant Video verfügbar.


vgw

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