Review: Star Trek Beyond (Film)

Ganz Deutschland ist im Star Wars-Fieber. Ganz Deutschland? Nein, ich unermüdlicher kleiner Blogger lehne mich auf und erzähle euch heute erst einmal von Star Trek, aber ich gebe es zu, heute Abend geht es für mich auch (endlich) in Rogue One, doch auch diesen Film hier fand ich überraschend gut, wie ich euch nun gerne wortreich darlegen möchte.

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Star Trek Beyond

Star Trek Beyond, USA 2016, 122 Min.

Star Trek Beyond | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Regisseur:
Justin Lin
Autoren:
Simon Pegg
Doug Jung

Main-Cast:
Chris Pine (Captain James T. Kirk)
Zachary Quinto (Commander Spock)
Karl Urban (Doctor ‚Bones‘ McCoy)
Zoe Saldana (Lieutenant Uhura)
Simon Pegg (Montgomery ‚Scotty‘ Scott)
John Cho (Sulu)
Anton Yelchin (Chekov)
Idris Elba (Krall)
 
in weiteren Rollen:
Sofia Boutella (Jaylah)
Joe Taslim (Manas)
Lydia Wilson (Kalara)
Deep Roy (Keenser)

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Star Trek Beyond | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Bereits seit gut drei Jahren befindet sich die Crew der U.S.S. Enterprise auf ihrer Mission, die Weiten des Weltalls zu erforschen und die Routine und der immer gleiche Trott fordern auch bei dem einstmals so enthusiastischen wie draufgängerischen Captain James T. Kirk ihren Tribut. Während einem Abstecher auf die Föderationsraumstation Yorktown erfährt Spock vom Tod seines älteren Selbst, des Botschafters Spock und denkt daran, die Enterprise – ähnlich wie Kirk – alsbald zu verlassen, doch als eine Außerirdische namens Kalara um Hilfe von der Föderation ersucht, da ihr Schiff auf dem Planeten Altamid abgestürzt sei, zögert Kirk nicht lange, seine Hilfe anzubieten. Die Rettungsmission gerät allerdings alsbald zum Fiasko, denn bereits auf dem Weg wird die Enterprise von dem mysteriösen Krall und seinen Truppen angegriffen und letztlich stürzt die Untertassensektion auf die Planetenoberfläche. Während große Teile der Schiffsbesatzung in Gefangenschaft des Schurken Krall geraten, gelingt es Kirk und Chekov, Spock und Pille sowie Scotty, sich mit Rettungskapseln abzusetzen. An unterschiedlichen Orten gestrandet, müssen sie aber nicht nur einander finden sondern auch einen Weg, den Rest der Crew Kralls Fängen zu entreißen…

Rezension:

Als ich zu Zeiten des nun schon einige Monate zurückliegenden Kinostarts von Star Trek Beyond aus der Neugier heraus einen der Trailer gesichtet hatte, verflog meine Vorfreude beinahe gänzlich und in dem Wissen, dass nach zwei Filmen der Fast & Furious-Regisseur Justin Lin das Erbe von J.J. Abrams (der hier immerhin noch als Produzent fungiert) angetreten hat, fühlte ich mich in meiner Annahme bestätigt, hier ein heilloses Durcheinander von allerhand Action-Szenen vor den Latz geknallt zu bekommen, doch als ich später erfuhr, dass das Drehbuch neben Doug Jung auch von dem Scotty-Darsteller und ausgewiesenen Trekkie Simon Pegg verfasst worden sei, war das schon mehr als nur ein kleiner Hoffnungsschimmer. Und tatsächlich merkt man dem nunmehr dritten Teil des Reboots, als dem eigentlich 13. Film der Reihe einen gewissen Kurswechsel deutlich an, wobei die Filme schon mit den vorangegangenen zwei Teilen eine Einheit bilden und man dem Geschehen sicherlich noch immer vorwerfen kann, nur noch herzlich wenig mit Star Trek zu tun zu haben.

Szenenbild aus Star Trek Beyond | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Nun kann ich bei diesem Thema ja nicht mitreden, da ich die Original-Serie(n) nicht kenne, frage mich aber zuweilen durchaus, was denn als "echtes" Star Trek gewertet würde, gemessen daran, wie viele Serien und Filme seit dem Beginn des Franchise vor 50 Jahren das Licht der Welt erblickt haben, derweil ich auch der Meinung bin, dass hier teilweise Äpfeln mit Birnen verglichen werden, handelt es sich bei den zum Reboot gehörigen Teilen schließlich um eine reine Kinoreihe, womit eine tiefergehende Charakterisierung der Figuren bei einem derartigen Ensemble natürlich zwangsläufig auf der Strecke bleibt, wie ich jüngst wieder an der Schar Zwerge in Der Hobbit gesehen habe. Davon aber einmal abgesehen schaffen Pegg und Jung ein paar schöne Charaktermomente und insbesondere die Frotzeleien zwischen Pille und Spock wussten mich zu unterhalten, während auch das Kirk’sche Draufgängertum wieder schön zelebriert worden ist. Vor allem aber – und darüber habe ich nicht schlecht gestaunt – ist Star Trek Beyond bei weitem nicht so actionlastig wie ich es erwartet hätte, auch wenn es nach einem kurzen und ruhigen Einstieg doch sehr schnell sehr krawallig wird, wenn die Enterprise erbarmungslos vom Himmel geschossen wird, um die Ausgangslage für das Abenteuer auf einem fremden Stern zu schaffen, wobei ich in diesem Zusammenhang – ohne Kenntnis der Originalserie wohlgemerkt – schon des Öfteren in Gedanken den Vergleich gezogen habe, dass dieser Teil des Franchise ein wenig wirkt wie eine unglaublich aufgemotzte und mit Geld schier zugeschmissene TV-Episode anmutet.

In dem Zusammenhang wusste mich übrigens auch die Dramaturgie von Star Trek Beyond schwer zu begeistern, denn wo man andernorts bereits nach wenigen Minuten zu wissen meint, wie der Hase läuft und auf dem Weg zum unweigerlichen Finale pflichtschuldig einzelne Stationen des Abenteuers abklappert, hat dieser Film eine ganz eigene Taktung und auch wenn der Clou, die Crew zunächst auseinanderzureißen, um sich jeweils nur einem Teil des Konsortiums widmen zu können, nun nicht gerade neu ist, gefiel mir diese Art der Herangehensweise hier außerordentlich gut, zumal sich so beispielsweise auch die Gelegenheit ergibt, Checkov noch einige Szenen zuzuschustern, dessen Darsteller Anton Yelchin (Charlie Bartlett) ja kurz nach Ende der Dreharbeiten im Sommer 2016 bei einem Autounfall zu Tode kam und im Abspann des Films entsprechend gewürdigt wird, ebenso wie das Dahinscheiden des "originalen" Spock-Darstellers Leonard Nimoy, was insbesondere der finalen Sequenz des Films einen ungewohnt emotionalen Anstrich verleiht.

Szenenbild aus Star Trek Beyond | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Ebenfalls ungewohnt ist aber auch, dass der Film gute drei Jahre nach Star Trek Into Darkness einsetzt und die Crew der Enterprise sich seit eben dieser Zeitspanne bereits auf ihrer Fünfjahres-Mission befindet, derweil Kirk seinen Elan verloren zu haben scheint und in seinem Logbuch davon spricht, die Mission erscheine ihm langsam "episodenhaft" (natürlich eine der offensichtlichsten Anspielungen auf die Original-Serie), was natürlich ein wenig irritiert, derweil es beispielsweise weit weniger störend ins Gewicht fällt, dass die von Alice Eve gespielte Carol Marcus, die am Ende des zweiten Teils zum festen Crew-Mitglied wurde, weder in Erscheinung tritt, noch deren Abwesenheit erklärt wird, auch wenn es hinsichtlich der Kontinuität ein wenig schade sein mag. Überhaupt muss man hier wie bei so vielen (insbesondere) Science-Fiction-Filmen über einige logische Fallstricke hinwegsehen, doch die liebevolle Inszenierung und der unangepasste Plot-Verlauf helfen dabei in nicht zu unterschätzendem Maße.

Von Alice Eve aber einmal abgesehen habe ich es sehr begrüßt, dass man von Chris Pine über Zachary Quinto und Karl Urban bis hin zu Zoe Saldana und John Cho die gesamte Garde erneut zusammengetrommelt hat (auch wenn das ob der vertraglichen Verpflichtung für drei Filme theoretisch nicht unbedingt erwähnenswert wäre), denn wenn schon wenig Zeit für eingehende Figurenentwicklung bleibt, so ist es doch schön, all die bekannten Gesichter auch im dritten Teil wiederzuerkennen. Ergänzt wird der Cast derweil von Idris Elba (Heimdall aus dem Marvel Cinematic Universe) als Fiesling Krall, der leider in seiner Gesamtheit etwas blass und eindimensional, in den schlimmsten Momenten gar reichlich widersprüchlich charakterisiert wird, sowie von der als Gazelle aus Kingsman: The Secret Service bekannten Sofia Boutella als Außerirdische Jaylah, bei der sie erneut mit enormer physischer Präsenz punkten darf.

Szenenbild aus Star Trek Beyond | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Inszenatorisch braucht sich Star Trek Beyond derweil ebenfalls nicht zu verstecken und fährt nicht nur in den Action-Sequenzen schwere Geschütze auf, während mich insbesondere die Architektur von Yorktown zu faszinieren wusste und sogar der bereits aus dem Trailer bekannte Einsatz des Beastie Boys-Song &quotSabotage" funktioniert im Kontext des Films, auch wenn das sicherlich Geschmackssache sein mag und man hier zugegebenermaßen in Sachen Logik mal wieder ein bis zwei Augen zudrücken darf, doch immerhin – ebenfalls ein Vorurteil in Bezug auf den Fast & Furious-Regisseur Lin – verkommt der Soundtrack nicht zu einer Aneinanderreihung von Alternative- und Crossover-Stücken, sondern punktet mit einem von wunderbaren, nostalgisch angehauchten Score von Michael Giacchino, der Melodien anklingen lässt, die selbst mir als Serien-Nicht-Kenner nicht unbekannt sind. Nicht unerwähnt bleiben sollen zuletzt auch die zahllosen Anspielungen auf die in Ehren ergraute Serie, was beispielsweise die U.S.S. Franklin betrifft, selbst wenn sich mir die meisten dieser Reminiszenzen erst bei der Sichtung der entsprechenden Trivia-Einträge in der IMDb erschlossen haben, doch der geneigte Fan dürfte hier sicher seine Freude haben, während dies sicher nicht der einzige Punkt ist, an dem sich die Detailverliebtheit des Skripts erkennen lässt, das in meinen Augen einen gekonnten Spagat zwischen nostalgischem Flair und modernem Blockbuster-Feeling macht.

Fazit & Wertung:

In seiner Summe präsentiert sich der unter der Regie von Justin Lin entstandene Star Trek Beyond als erfrischend inszeniertes und um zahlreiche Huldigungen und Verbeugungen nicht verlegenes Weltraum-Abenteuer, bei dem die Logik zwar zuweilen in den Sparmodus wechselt, das dafür aber mit spielfreudigen Darstellern, einer guten Prise Humor und liebenswerten Figuren zu überzeugen weiß und eine abwechslungs- wie wendungsreiche Geschichte erzählt, gleichsam aber natürlich auch mit gehörig Schauwerten zu punkten versteht.

8,5 von 10 Abenteuern des Raumschiffs Enterprise

Star Trek Beyond

  • Abenteuer des Raumschiffs Enterprise - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

In seiner Summe präsentiert sich der unter der Regie von Justin Lin entstandene Star Trek Beyond als erfrischend inszeniertes und um zahlreiche Huldigungen und Verbeugungen nicht verlegenes Weltraum-Abenteuer, bei dem die Logik zwar zuweilen in den Sparmodus wechselt, das dafür aber mit spielfreudigen Darstellern, einer guten Prise Humor und liebenswerten Figuren zu überzeugen weiß und eine abwechslungs- wie wendungsreiche Geschichte erzählt, gleichsam aber natürlich auch mit gehörig Schauwerten zu punkten versteht.

8.5/10
Leser-Wertung 5.33/10 (3 Stimmen)
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Star Trek Beyond ist am 01.12.16 auf DVD und Blu-ray bei Paramount im Vertrieb von Universal Pictures erschienen und ist ebenfalls als Download bei unter anderem Amazon*, Google Play oder iTunes verfügbar.

Weitere Informationen zum Film und eine Übersicht der Download-Möglichkeiten findet ihr auf der Paramount-Seite zu Star Trek Beyond.

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DVD:

Blu-ray:

Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit Paramount beziehungsweise deren zuständiger Presse-Agentur. Meine Meinungen und Ansichten blieben hiervon jedoch selbstverständlich unbeeinflusst.

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