Review: Weg mit der Ex (Film)

So, der Tag ist schon wieder beinahe rum und das ist doch schon Grund genug, mit der neuesten Film-Kritik daherzukommen, also mache ich das doch einfach mal, während ich mich im Stillen bereits freue, dass langsam aber sicher das Wochenende in greifbare Nähe rückt.

Weg mit der Ex

Burying the Ex, USA 2014, 89 Min.

Weg mit der Ex | © Koch Media
© Koch Media

Regisseur:
Joe Dante
Autor:
Alan Trezza

Main-Cast:
Anton Yelchin (Max)
Ashley Greene (Evelyn)
Alexandra Daddario (Olivia)
in weiteren Rollen:
Oliver Cooper (Travis)

Genre:
Komödie | Horror | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Weg mit der Ex | © Koch Media
© Koch Media

Der eigentlich recht introvertierte Halloweenshop-Verkäufer und Horrorfilm- Geek Max war eigentlich der Meinung, mit seiner attraktiven Freundin Evelyn den großen Coup gelandet zu haben, doch entpuppt sich seine vegan lebende, aktivistisch veranlagte Freundin immer mehr als Störenfried in seinem eher entspannten Lebensstil, weshalb er sich – nicht zuletzt auf Drängen seines besten Freundes Travis – dazu entschließt, mit Evelyn Schluss zu machen, doch kurz zuvor wird selbige von einem Bus überrollt. So tragisch das alles auch sein mag, wäre Max jetzt nun frei, um mit der ebenfalls Horrorfilm-verrückten Olivia anzubandeln. Dumm nur, dass er und Evelyn sich kurz zuvor im Beisein eines magischen Plastikteufels ewige Liebe geschworen haben, denn während er Olivia näherzukommen beginnt, erhebt sich seine Ex aus dem Grab, um die gemeinsame Beziehung aufzufrischen…

Rezension:

Während dieser Tage bei Netflix die Serie Santa Clarita Diet gestartet ist, widmete sich rund drei Jahre zuvor bereits Altmeister Joe Dante (Gremlins) mit Weg mit der Ex einem ähnlichen Thema, denn auch hier wird die Frau an der Seite des Protagonisten zum Zombie, was dem nicht gerade gut in den Kram passt, womit dann auch der Titel des Films erklärt sein dürfte. Dabei verkörpert Anton Yelchin (Like Crazy) – dessen Schaffen bis zu seinem Tod 2016 ich noch immer aufzuarbeiten im Begriff bin – den liebenswerten Horrorfilm-Geek Max, der mit seiner resoluten und herrischen Freundin Evelyn ein denkbar schlechtes Los gezogen hat und sich ein ums andere Mal von ihr unterbuttern lässt, bevor es an einem schicksalsträchtigen Tag zu einem folgenschweren Unfall kommt, wobei Evelyn dank des Zaubers eines Plastikteufels alsbald aus dem Grab zurückkehren und Max das Leben fortan noch schwerer machen wird, denn untot hin oder her, spricht ja wohl nichts dagegen, die gemeinsame Beziehung fortzuführen, zumal sie nicht ahnt, dass Max im Begriff war, mit ihr Schluss zu machen, bevor ein Bus sie überrollt hat.

Szenenbild aus Weg mit der Ex | © Koch Media
© Koch Media

Nun ist das alles leidlich innovativ und insbesondere die erste halbe Stunde zieht sich zuweilen merklich, doch von da ab geht es dankenswerterweise aufwärts, wenn die Geschichte an Fahrt aufnimmt, denn selbst wenn das Geschehen an sich ungemein vorhersehbar ist und bleibt, spürt man deutlich, dass hier jemand am Werk ist, der das Horrorfilm-Genre mitgeprägt hat, was die Anspielungen und Querverweise nicht annähernd so aufgesetzt wirken lässt wie das sonst des Öfteren der Fall sein mag. Natürlich ist Max als Verkäufer in einem Horror-Shop eine nur allzu naheliegende Wahl, doch erklärt das zumindest auf simpelste Art und Weise, wieso er mit den Gesetzmäßigkeiten des Genres so vertraut ist und nicht annähernd so kopflos auf die ungewöhnliche Situation reagiert, wie das sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Ihm zur Seite steht dabei Oliver Cooper (Californication) als dessen bester Freund Travis, der in seiner Rolle als tendenziell perverser und schmieriger Lebemann ebenfalls nicht weniger stereotyp hätte ausfallen können und im Grunde beinahe alle Witze beisteuert, die in irgendeiner Form unter die Gürtellinie zielen.

Im Grunde bewegt sich Weg mit der Ex immer dann in den Fahrwassern typischer Teenie-Komödien, wenn Travis seine Auftritte feiert, womit der Film leider doch ein wenig abgewertet wird, denn viel besser hat mir in dem Zusammenhang die sich anbahnende Romanze zwischen Max und Olivia gefallen, die in Gestalt von Alexandra Daddario (True Detective) daherkommt und weit besser zu Max passt, als es Evelyn je getan hätte, wobei sich natürlich erübrigt, zu erwähnen, dass Max bei den ersten Annäherungsversuchen noch längst nicht ahnt, dass seine unter die Erde gebrachte Ex alsbald zurückkehren wird, was dann natürlich Probleme generiert, wenn es gilt, die beiden Frauen voneinander fernzuhalten. Wie gesagt, Joe Dantes Film ist in keiner Hinsicht ein großer Wurf, wird aber nach einem etwas trägen Einstieg zunehmend unterhaltsamer, wenn sich auch sämtliche Versatzstücke als allzu offensichtliche Plot-Devices zu erkennen geben.

Szenenbild aus Weg mit der Ex | © Koch Media
© Koch Media

Was Weg mit der Ex dann einzig lohnenswert macht, ist die doch gelungene Verquickung aus Romantik- und Zombie-Komödie ab dem zweiten Drittel des Films, der grundsympathische Ton der Erzählung sowie die bestens aufgelegten Darstellerinnen und Darsteller, bei denen auch Ashley Greene (Alles in Butter) nicht unerwähnt bleiben soll, die einerseits als lebende Evelyn eine waschechte Zicke darzustellen weiß und andererseits in der Zombie-Variante Mut zur Hässlichkeit beweist und einen Großteil der Ekel-Momente beisteuert, von denen ein Vertreter dieses "speziellen" Sub-Genres ja auch gerne und ausgiebig zehrt, derweil der Film ansonsten recht harmlos daherkommt, was aber keine Kritik an der Sache sein soll, denn Joe Dantes Film ist durchaus gelungen im Rahmen seiner Möglichkeiten, stellt halt leider nur kaum mehr als eine Fingerübung für den versierten Filmemacher dar und hätte gerne etwas einfallsreicher oder überraschender ausfallen können. Als Teil eines unterhaltsam-trashigen Fernsehabends macht Weg mit der Ex aber durchaus eine gute Figur.

Fazit & Wertung:

Die von Joe Dante inszenierte Zombie-Romantik-Komödie Weg mit der Ex schafft es kaum, dem Thema neue Aspekte abzuringen oder mit großartigen Überraschungsmomenten zu punkten, doch dafür überzeugen die sympathische Machart und die vielen sich organisch in die Erzählung fügenden Reminiszenzen, während den Hardcore-Horror-Fans der Film zuweilen sicherlich zu brav sein dürfte, derweil der schwarzhumorige Grundton hier spürbar im Vordergrund steht.

6 von 10 Problemen mit der untoten Ex-Freundin

Weg mit der Ex

  • Probleme mit der untoten Ex-Freundin - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung;

Die von Joe Dante inszenierte Zombie-Romantik-Komödie Weg mit der Ex schafft es kaum, dem Thema neue Aspekte abzuringen oder mit großartigen Überraschungsmomenten zu punkten, doch dafür überzeugen die sympathische Machart und die vielen sich organisch in die Erzählung fügenden Reminiszenzen, während den Hardcore-Horror-Fans der Film zuweilen sicherlich zu brav sein dürfte, derweil der schwarzhumorige Grundton hier spürbar im Vordergrund steht.

6.0/10
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