Review: Codename U.N.C.L.E. (Film)

Und da wäre ich auch schon wieder, logischerweise mit einer Film-Kritik im Gepäck, habt ihr euch schon gedacht. Aber zu welchem Film, tja, das wusstet ihr bis gerade eben nicht, jetzt schon. Wie das Leben so spielt, oder so…

Codename U.N.C.L.E.

The Man from U.N.C.L.E., USA/UK 2015, 116 Min.

Codename U.N.C.L.E. | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseur:
Guy Ritchie
Autoren:
Guy Ritchie
Lionel Wigram

Main-Cast:
Henry Cavill (Solo)
Armie Hammer (Illya)
Alicia Vikander (Gaby)
Elizabeth Debicki (Victoria)
Hugh Grant (Waverly)
in weiteren Rollen:
Luca Calvani (Alexander)
Sylvester Groth (Uncle Rudi)

Genre:
Action | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Codename U.N.C.L.E. | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Zu Beginn der 60er Jahre befindet sich der Kalte Krieg auf dem Höhepunkt, doch als das Gerücht umgeht, ein nicht näher bekanntes Verbrechersyndikat mit Kontakten zu früheren Nazis sei in den Besitz einer Atombombe gelangt, verbünden sich ausgerechnet die verfeindeten Supermächte USA und Sowjetunion. So wird dem CIA-Agenten Napoleon Solo aufgetragen, die Ost-Berlinerin Gaby Teller aufzuspüren, um über sie an ihren Vater, Udo Teller heranzukommen, während der KGB- Spion Illya Kuryakin einen ganz ähnlichen lautenden Auftrag erhält, was die Solo und Kuryakin prompt gegeneinander aufbringt und sie noch mehr ärgert, als man ihnen mitteilt, fortan zusammenarbeiten zu müssen. Letztendlich willigt Gaby nämlich ein, zu helfen und die gemeinsame Reise führt die ungleiche Gemeinschaft nach Italien, zu Gabys Onkel Rudi, der möglicherweise mehr über den Verbleib ihres Vaters wissen könnte…

Rezension:

Ich für meinen Teil weiß mittlerweile einerseits ganz genau, was mich bei einem Film von Guy Ritchie zu erwarten hat, andererseits, dass die Chancen, besagter Film – in diesem Falle hier nun Codename U.N.C.L.E. – könne mich enttäuschen, verschwindend gering sind, denn nicht erst seit seinen beiden Sherlock Holmes-Filmen, die zwar nicht annähernd an die Güte der BBC-Serie heranreichen, aber auf ihre Art doch auch gelungen sind, ordnet sich Ritchie einem bestimmten Credo des Style-over-Substance unter, das mir doch ausnehmend gut gefällt. So stehen auch bei dieser auf der 60er-Jahrer Agenten-Serie Solo für O.N.K.E.L. basierenden Serie viel eher die teils skurrilen, spleenigen Figuren und manch regelrecht abstruse Szene im Vordergrund als die eigentliche Geschichte, die zu Teilen doch recht verworren und sprunghaft wirkt und nicht wenig an Tiefe missen lässt, was aber tatsächlich auch eine der größten von nur wenigen Schwächen des ungemein unterhaltsamen Streifens bleibt.

Szenenbild aus Codename U.N.C.L.E. | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Zwar ist es auch wieder irritierend, dass ein Brite einen Amerikaner, ein Amerikaner einen Russen und eine Schwedin eine Deutsche spielen, aber so sind eben nun einmal die Gebaren in der Film-Branche und von der ethnischen Herkunft einmal abgesehen besticht das Hauptdarsteller-Trio in ungeahntem Maße und liefert exakt so viel Stil und Coolness, um die Schwächen des eigentlichen Plots zu vertuschen, zumal Ritchie immerhin genau weiß, in welche Beziehung er die Figuren zu setzen hat, um möglichst humorige, unterhaltsame Szenen zu generieren, von denen Codename U.N.C.L.E. tatsächlich nur so strotzt, denn selbst in den Action-Szenen ist man um einen gewissen, augenzwinkernden Witz nicht verlegen, wobei es mancherorts sicherlich Geschmackssache sein dürfte, ob man dem Humor des Regisseurs und Drehbuchautors etwas abgewinnen kann, der eine Vorliebe dafür entwickelt zu haben scheint, im Hintergrund einer Szene teils unglaubliche Dinge ablaufen zu lassen, während sich die eigentlich im Fokus stehende Figur mit denkbar trivialen Dingen wie dem Verzehr eines Butterbrotes beschäftigt, was dann – ich möchte ja nicht spoilern – zu teils extrem morbiden Späßen führt, bei denen einem das Lachen zuweilen im Halse steckenzubleiben droht.

Doch trotz mancher tendenziell ernster Szene dominiert doch ganz klar der leichtfüßige, humorige Stil, der auch des Öfteren als Hommage und Reminiszenz früherer Agentenfilme ganz allgemein verstanden werden darf, während man den Schauspielern ihren Spaß, sich in die 60er-Jahre-Outfits zu schmeißen, rundweg ansieht. So altmodisch das Agentengebaren, die Ermittlungsmethoden, die technischen Gerätschaften aber auch sein mögen, so modern und visuell opulent präsentiert sich Codename U.N.C.L.E. ansonsten und Ritchie hat seine sichtliche Freude daran, allerhand Splitscreens und Szenenmontage zu verwenden, was den Coolness-Faktor des nicht ganz ernst zu nehmenden Werkes noch einmal unterstreicht. Dieses ist übrigens weit mehr als eine Adaption der Serie von einst, sondern darf, wie man gerade gegen Ende noch einmal explizit unter die Nase gerieben bekommt, vielmehr als Vorgeschichte, als Prequel verstanden werden, was dann im Hinterkopf sich auch gleich den Wunsch nach einer Fortsetzung einnisten lässt, denn trotz hanebüchener, irgendwie ziemlich wirrer und abgedrehter Story möchte man doch mehr von dem Trio erfahren und mit ihnen erleben, so großartig ist jede der Figuren für sich gelungen.

Szenenbild aus Codename U.N.C.L.E. | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Während anfänglich die Chose noch von Henry Cavill (Man of Steel / Batman v Superman) und seinem jederzeit um Contenance bemühten, gänzlich in sich ruhenden Napoleon Solo dominiert wird, stößt alsbald die zuweilen kratzbürstige aber vor allem auch schlagfertige und toughe, von Alicia Vikander (Son of a Gun) verkörperte Gaby Teller hinzu, während Armie Hammers (The Social Network) Russe Illya Kuryakin anfänglich zwar etwas blass bleibt, sich mir allerdings mit seiner unter der Schale lauernden Attitüde recht schnell ins Herz gespielt hat und alsbald seinen beiden Compagnons gar zuweilen den Rang abzulaufen versteht. Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch Hugh Grant in einer kleinen, aber ziemlich großartigen Rolle als Chef von Napoleon Solo sowie die wie immer bezaubernde Elizabeth Debicki (The Night Manager), die hier eine merklich unterkühlte und gleichermaßen skrupellose Eisprinzessin gibt. So wird Codename U.N.C.L.E. ganz unzweifelhaft von seinem stimmigen wie charismatischen Ensemble dominiert und vor allem getragen, denn wäre die Besetzung und deren Chemie untereinander nicht so außerordentlich gelungen, wüsste der Film wahrscheinlich weitaus weniger zu unterhalten, gibt schließlich die Story nicht allzu viel her und bleibt – abgesehen von den teil wie wahllos wirkenden Schlenkern einmal abgesehen – auch weitestgehend vorhersehbar. Dennoch, die Optik passt, ebenso wie Tempo und Verve, ganz zu schweigen von der Coolness, die auch vom stimmigen Soundtrack mit aufgegriffen wird.

Fazit & Wertung:

Guy Ritchies Codename U.N.C.L.E. ist eine stimmungsvolle und vor allem augenzwinkernde Hommage an Agentenserien früherer Jahre und macht dank Situationskomik und einer schnittigen Inszenierung gehörig Spaß, zumal sich der Film kaum (zu) ernst nimmt, was in Anbetracht der doch zugegebenermaßen etwas hanebüchenen und extrem konstruierten Story aber auch nur gut sein kann.

8 von 10 Agenten im Wettstreit

Codename U.N.C.L.E.

  • Agenten im Wettstreit - 8.0/10
    8.0/10

Fazit & Wertung:

Guy Ritchies Codename U.N.C.L.E. ist eine stimmungsvolle und vor allem augenzwinkernde Hommage an Agentenserien früherer Jahre und macht dank Situationskomik und einer schnittigen Inszenierung gehörig Spaß, zumal sich der Film kaum (zu) ernst nimmt, was in Anbetracht der doch zugegebenermaßen etwas hanebüchenen und extrem konstruierten Story aber auch nur gut sein kann.

8.0/10
Leser-Wertung 7.25/10 (4 Stimmen)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
passion of arts: 9/10 Punkte

Codename U.N.C.L.E. ist am 17.12.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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