Review: The Avengers 2: Age of Ultron (Film)

Das Marvel Cinematic Universe

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Tja, ich bin mal wieder nicht der schnellste mit meiner Film-Kritik, doch dafür ist die nach endlosen Zeiten auch mal wieder unglaublich umfangreich ausgefallen und gliedert sich in diverse Unterpunkte, allerdings – wie ich hoffe – nicht, um zu rechtfertigen, warum mir entgegen der Meinung anderer Blogger auch dieser zweite Ausflug zu den Avengers mit Joss Whedon so richtig gut gefallen hat. Schimpft es mangelnde Distanz oder Reflektion, doch ich bin euphorisiert aus dem Kino getaumelt und genau das sollten Filme wie dieser bewirken und das schlägt sich eben auch in meiner Wertung nieder. Aber bitte, fühlt euch eingeladen, euch eine eigene Meinung zu bilden, ich für meinen Teil meine, dass sich das auf alle Fälle lohnt!

The Avengers 2:
Age of Ultron

Avengers: Age of Ultron, USA 2015, 141 Min.

The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Regisseur:
Joss Whedon
Autor:
Joss Whedon

Main-Cast:
Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man)
Chris Hemsworth (Thor)
Mark Ruffalo (Bruce Banner / Hulk)
Chris Evans (Steve Rogers / Captain America)
Scarlett Johansson (Natasha Romanoff / Black Widow)
Jeremy Renner (Clint Barton / Hawkeye)
James Spader (Ultron)
Samuel L. Jackson (Nick Fury)
in weiteren Rollen:
Don Cheadle (James Rhodes / War Machine)
Aaron Taylor-Johnson (Pietro Maximoff / Quicksilver)
Elizabeth Olsen (Wanda Maximoff / Scarlet Witch)
Paul Bettany (Jarvis / Vision)
Cobie Smulders (Maria Hill)
Anthony Mackie (Sam Wilson / Falcon)
Hayley Atwell (Peggy Carter)
Idris Elba (Heimdall)
Stellan Skarsgård (Erik Selvig)

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Seit Captain America das Wiedererstarken von Hydra aufgedeckt hat, sind die Avengers im steten Einsatz, die geheimen Verstecke des Feindes aufzuspüren und auszuräuchern. In Osteuropa schließlich machen sie die Festung des Anführers Baron von Strucker aus und rücken mit voller Mannstärke gegen die von einem Kraftfeld geschützte Trutzburg vor. Im Inneren der Anlage entdeckt Tony Stark das lange verzweifelt gesuchte Chitauri-Zepter, das es Thors Bruder Loki einst ermöglicht hat, die Erde anzugreifen. Derweil ahnt er nicht, dass sich in der Festung zwei weitere Talente verbergen, so dass es Scarlet Witch – eigentlich Wanda Maximoff – gelingt, ihm eine Vision seiner toten Freunde und einer von außerirdischen Invasoren zerstörten Erde einzupflanzen, während ihr Bruder Pietro – genannt Quicksilver – die anderen Avengers aufmischt. Schlussendlich tragen die Helden den Sieg davon und die Maximoff-Zwillinge flüchten, doch Tonys Vision nagt an ihm, weshalb er nicht viel Federlesens macht, als er erkennt, dass die in dem Zepter schlummernde Kraft ihm dabei helfen könnte, die perfekte Künstliche Intelligenz zu erschaffen, um der Welt immerwährenden Frieden zu bringen.

Kurzerhand zieht Tony Bruce Banner auf seine Seite und ohne das Wissen der anderen Avengers beginnen sie damit, Ultron Leben einzuhauchen. Tage später glauben beide gescheitert zu sein und verlassen das Laboratorium zugunsten einer Siegesfeier, doch in ihrer Abwesenheit erwacht Ultron, überwältigt Jarvis und gibt sich den Helden auf der Party zu erkennen, verkündet, Frieden für unsere Zeit zu bringen, und das schließe den Tod der Avengers mit ein, habe er schließlich gesehen, an wie viel Leid, Krieg und Tod sie beteiligt waren. Die Avengers attackieren die Roboterhülle von Ultron, doch gelingt es dem, sich ins Internet zu transferieren und von dort aus in andere Körper zu schlüpfen und das Zepter zu entwenden. Er begibt sich zu Struckers Festung, um von dort aus eine Armee aus Roboterdrohnen zu erschaffen und tut sich mit Wanda und Pietro zusammen, da man in den Avengers einen gemeinsamen Feind gefunden zu haben glaubt.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Rezension:

Die Ursprünge und die Verortung im MCU:

Nachdem der ersten Phase des Marvel Cinematic Universe und speziell dem fulminanten Finale ebenselbiger – The Avengers – ein beispielloser Erfolg beschieden war, ließ Marvel sich natürlich nicht lange lumpen, konkrete Pläne für die zweite Phase des kurz MCU genannten Kosmos ins Auge zu fassen und so fand diese bereits 2013 – ziemlich exakt ein Jahr nach Ende von Phase eins – mit Iron Man 3 ihren Anfang und wurde ein halbes Jahr später mit Thor 2 fortgeführt, bevor Anfang 2014 Captain America 2 folgte, der dahingehend eine Sonderstellung in den Franchise-Filmen einnimmt, dass er das wohl bedeutendste Bindeglied zwischen den beiden The Avengers-Filmen darstellt, insbesondere was die Zukunft von S.H.I.E.L.D. sowie das Wiedererstarken von Hydra anbelangt, aber auch Falcon als neuen Helden einführt, wenngleich der in The Avengers 2: Age of Ultron nur kurz und am Rande zu sehen ist. Keine sechs Monate später folgte Guardians of the Galaxy, der einzige Neuzugang in der zweiten Phase bis dato, der sich zudem noch relativ autark verhält, so dass auch keiner der Helden des Films in The Avengers 2 auftaucht oder Erwähnung findet. Anders als in Phase eins handelt es sich bei dem erneuten Zusammentreffen der Helden auch diesmal nicht um das Finale der Phase, denn im Juli wird sich noch Ant-Man anschließen, dessen (erstes) Alter Ego Dr. Hank Pym übrigens in den Comics für die Erschaffung von Ultron verantwortlich zeichnet, ein Part, der ihm im Film von Tony Stark abgenommen worden ist, so dass es spannend werden dürfte, was Marvel mit der Figur anzufangen gedenkt.

Der Regisseur und Drehbuchautor:

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Nichts geändert hingegen hat sich bei The Avengers 2: Age of Ultron auf dem Regiestuhl und erneut zeichnet Mastermind Joss Whedon für die Abenteuer des Helden-Mashups verantwortlich und hat ebenso wie bei The Avengers auch das Drehbuch verfasst, was man dem Film bei Kenntnis der Werke von Whedon (Buffy, Angel etc.) durchaus anmerkt, denn trotz überbordender Action und dem freilich auch hier vorherrschenden Höher, schneller, weiter-Prinzip merkt man den Dialogen, den Running Gags, den Frotzeleien der Helden untereinander ihre Herkunft deutlich an, so dass man sich zumindest dahingehend keine Sorgen zu machen braucht, der schon im ersten Teil immer wieder aufblitzende Humor würde hier fehlen, wenngleich er auch zeitweise zugunsten einer düstereren Stimmung zurückgefahren worden ist. Für den aus zwei Teilen bestehenden dritten Teil des The Avengers-Franchise wird Whedon allerdings nicht mehr verantwortlich zeichnen und tritt diesen Part an Anthony und Joe Russo ab, die bereits bei Captain America 2: The Winter Soldier ihr Können unter Beweis gestellt haben.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Die Darsteller:

Erneut darf man sich auf Robert Downey Jr. Als Iron Man, Chris Hemsworth als Thor, Mark Ruffalo als Hulk, Chris Evans als Captain America, Scarlett Johansson als Black Widow und Jeremy Renner als Hawkeye freuen, von der Seite also nichts neues, wobei sich die Figurengewichtung doch merklich zugunsten zu kurz gekommener Charaktere verschoben hat, so dass hier ganz explizit die Bedeutung und der Wert von Hawkeye für das Team herausgestellt wird und dieser nicht nur eine solide Figurenzeichnung bekommt, sondern auch in den Action-Sequenzen deutlich aktiver mitmischen kann, so dass Renner manche Szene zu stehlen weiß, was ihm noch im ersten Teil überhaupt nicht vergönnt war. Während Hawkeye aber (sein Cameo in Thor mitgerechnet) erst seinen dritten Auftritt im MCU hatte, war Black Widow seit ihrer Einführung in Iron Man 2 schon deutlich häufiger zu sehen und macht neben den ganzen Helden und Halbgöttern noch immer eine gute Figur, bekommt hier nun aber endlich auch ein wenig Background spendiert und wirkt längst nicht mehr so unnahbar und unzugänglich wie früher einmal, was sich auch in der sich anbahnenden Romanze zwischen ihr und Bruce Banner wiederspiegelt, der auch ein wenig mehr Screentime bekommen hat, um die Tragik seiner Figur auszuloten, zumal es derzeit für einen eigenen Film – nach dem holprigen Start, damals noch mit Edward Norton statt Mark Ruffalo als Banner/Hulk – eher mau aussieht.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Plötzlich stehen also all die Helden aus der zweiten Reihe merklich im Vordergrund, was auch die sich anbahnende Auflösung des ursprünglichen The Avengers-Teams weiter forciert und unterstreicht, wobei Downey Jr. und Evans auch diesen Film noch merklich dominieren. Einzig Thor wird hier in meinen Augen regelrecht stiefmütterlich behandelt, glänzt im Mittelteil durch Absenz und reißt auch in den Action-Szenen erstaunlich selten das Zepter – pardon, den Hammer – an sich, so dass man das Gefühl bekommt, Whedon hätte mit der Figur diesmal schlichtweg nicht allzu viel anzufangen gewusst, was aber eben auch an den vielen Neuzugängen im Cast gelegen haben mag, die einen Superhelden-Overkill beinahe unvermeidlich scheinen lassen, wobei er meines Erachtens gerade noch die Kurve kriegt.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Bedeutendster Neuzugang im Cast ist hier sicherlich James Spader als Ultron, der allein dahingehend eine Sonderrolle einnimmt, als dass er der Maschine allein mit seiner Sprachgewalt, Duktus und Intonation Leben einzuhauchen hat, was ihm vortrefflich gelingt, weshalb es nicht verwundert, dass Whedon betonte, Spader sei seine erste und einzige Wahl für Ultron gewesen. Doch auch die Maximoff-Zwillinge (die man in der ersten Post-Credit-Szene von Captain America 2 bereits kurz zu sehen bekam) stoßen neu zum Cast hinzu, wobei der von Aaron Taylor-Johnson (Kick-Ass, Savages) verkörperte Pietro aka Quicksilver doch erschreckend blass bleibt und abgesehen von einigen flotten Sprüchen und noch flotteren Rennereien nicht viel zu tun bekommt. Weitaus besser ergeht es da der von Elizabeth Olsen (Martha Marcy May Marlene) dargestellten Wanda aka Scarlet Witch, deren Kräfte nicht nur um ein vielfaches interessanter und epischer sind, die aber auch überraschend viel zu tun bekommt, weshalb zu hoffen bleibt, dass man noch großes vor hat mit dieser Figur, die in direkte Konkurrenz zu der bisher einzigen weiblichen Heldin Black Widow zu treten imstande ist.

Last but not least freue ich mich für und über Paul Bettany (Legion, Priest), der, obgleich eigentlich schon lange Zeit Teil des MCU als Stimme von Jarvis, nun schlussendlich durch die Erschaffung von Vision eine „echte“ Rolle bekommt, wenngleich seine Figur zwar noch etwas stiefmütterlich behandelt wird, dafür aber jede ihrer Szenen an sich zu reißen versteht, was ja auch nicht unbedingt einfach zu bewerkstelligen ist. Davon abgesehen sind aber selbstverständlich auch wieder Samuel L. Jackson, Cobie Smulders und Don Cheadle in ihren jeweiligen Rollen zu sehen und auch über einen kurzen Auftritt von Idris Elba als Heimdall und Hayley Atwell als Peggy Carter darf man sich freuen, was den Cast zu einer unumwunden runden Sache macht. Verzichten muss man allerdings diesmal sowohl auf Paltrow als Pepper Potts sowie Portman als Jane Foster, doch fällt ihr Fehlen kaum störend ins Gewicht, zumal diesem Umstand zumindest in einer herzlich humorigen Szene Rechnung getragen wird.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Der Film:

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Wie es sich für einen Comic-Blockbuster – oder speziell dessen zweiten Teil gehört – geht The Avengers 2: Age of Ultron direkt in die Vollen, hält sich gar nicht erst mit einer Einleitung oder dergleichen auf, sondern wirft die Menagerie unterschiedlichster Helden direkt ins erste Gefecht, wechselt gekonnt die Perspektiven und nutzt die unterschiedlichen Spezialitäten der Helden, um sie direkt mit ikonografischen Szenen ins Gedächtnis des Zuschauers zurück zu katapultieren. Subtil geht freilich anders, doch erweist sich dieser Einstieg als über die Maßen effektiv, zumal die Helden via Headset durchaus miteinander kommunizieren während der Kampfhandlungen, so dass man häppchenweise daran herangeführt sind, wo man sich befindet und was dort soeben vor sich geht. Selbstverständlich handelt es sich hier um einen Unterschlupf von Hydra und spätestens als man den von Thomas Kretschmann gespielten Baron von Strucker sieht, ist klar, dass auch die Maximoff-Zwillinge nicht weit sein können und so erfahren binnen weniger Minuten gleich zwei neue Figuren ihre Exposition, die natürlich – wie es sich für Talente, wie sie im Film genannt werden, gehört – zum größten Teil aus der Vorstellung ihrer Kräfte besteht. Die Vision, die Scarlet Witch Tony Stark beschert, ist es dann auch, die Triebfeder für die Handlung des Films sein soll, denn aufgrund des Bildes seiner gefallenen Freunde und Kameraden reift in Stark der Gedanke, Ultron zu erschaffen, um der Welt Frieden zu bringen.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Allein der Umstand, dass die Helden, namentlich Stark und Banner, den Widersacher in The Avengers 2: Age of Ultron selbst erschaffen, gibt dem Film natürlich eine unterschwellig tragische Note, denn im Grunde haben die Helden jedes Opfer und all die Zerstörung selbst zu verantworten, wobei dies kaum explizit erwähnt wird, aber doch immer wieder mitschwingt. Und Zerstörung gibt es im Film zuhauf, so dass der actionreiche Einstieg im Grunde exemplarisch für den Rest des Films steht, der sich ein ums andere Mal in seinen Schauplätzen und dem dort herrschenden Zerstörungswahn zu übertrumpfen versucht, was ihm übrigens auch gelingt. Umso überraschender, dass diese Sequenzen niemals ermüdend oder redundant wirken, sondern immer mit frischen Ideen und inszenatorischen Details zu punkten verstehen, vor allem aber immer wieder auch von mal kürzeren, mal längeren Verschnaufpausen unterbrochen werden, wo dann – ganz typisch Joss Whedon – die Menschen im Vordergrund stehen und nicht die Helden, was zu einigen sehr schönen Charaktermomenten führt, wie man sie in einem Comic-Blockbuster vielleicht nicht erwarten würde.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

In dieselbe Kerbe schlagen auch die weiteren Visionen von Scarlet Witch, die sie sowohl Steve Rogers als auch Thor und Black Widow beschert, wobei letztere den überzeugendsten, beinahe schon aus einem beklemmenden Horrorfilm entlehnten Part bekommen hat, der gleich noch eben ihre Vorgeschichte prägnant zusammenfasst, während sich die anderen Visionen auf Ängste oder Wünsche beschränken, derweil man die Bilder in Bruce Banners Kopf leider gar nicht zu sehen bekommt, was durchaus ärgerlich ist. Leider nicht die einzige Aussparung, sucht Thor schließlich im Mittelteil Dr. Selvig auf, um diesen um Hilfe zu bitten, was aber indes beinahe nur angedeutet, zumindest nicht auserzählt wird, was im Kontext der durchaus stolzen Laufzeit zwar Sinn macht, dennoch aber die Frage aufwirft, ob man hier zugunsten der Story die Action nicht um zwei bis drei Minuten hätte zurückfahren können. Dafür aber wie gesagt punktet The Avengers 2: Age of Ultron inmitten des ganzen Krachbumm mit einigen wirklich schönen, erhellenden Szenen, die die Helden in einem anderen Licht erscheinen lassen, ob das jetzt der Rückzugsort von Clint Barton – Hawkeye – oder die langsame Annäherung zwischen Natasha und Bruce sind, die Geschichte der Maximoff-Zwillinge oder die sich schwierig gestaltende Konversation mit dem Androiden Vision.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Größte Überraschung des Films ist aber sicherlich Ultron, der so gar nicht wie die eiskalte, zerstörungswütige Maschine wirken will, die man sich vielleicht erwartet hätte, für mich allein aufgrund dieser Tatsache aber besonders gut funktioniert, denn der manchmal flapsige, sarkastische Ultron, der diese Wesenszüge natürlich zweifelsohne seinem Erschaffer Stark entlehnt hat, wirkt in eben dieser nicht ganz ernstzunehmenden Art, gepaart mit seiner unvergleichlichen Skrupellosigkeit und dem vermeintlich hehren Ziel, die gesamte Menschheit vom Antlitz der Erde zu tilgen, um den lang ersehnten Frieden herbeizuführen, noch weitaus bedrohlicher als es eine gänzlich steril wirkende, rein aufs Töten fokussierte Maschine getan hätte, denn so verfolgen die Avengers und Ultron im Grunde dasselbe Ziel mit dem einzigen Unterschied, dass Ultron mit der kühlen Präzision eines Computers die Idee zu Ende spinnt und folglich zu dem Schluss kommt, dass speziell die Avengers, aber auch die Menschheit allgemein, Teil des Problems und nicht der Lösung sind. Zumindest bezogen auf den Comicband Avengers: Age of Ultron (der ansonsten aber nicht viel mit dem Film gemein hat) kann ich sagen, dass Joss Whedon die Figur merklich neu interpretiert hat, sich regelrecht zu eigen gemacht hat, während James Spader einen vortrefflichen Job dabei leistet, Whedons Vision von Ultron zu interpretieren (Obacht, verstecktes Wortspiel). Nichtsdestotrotz kann ich mir aber durchaus vorstellen, dass der Antagonist in dieser Form manchem auch ein Dorn im Auge sein könnte, die sich vielleicht eher etwas in Richtung bierernster Terminator gewünscht hätten.

Szenenbild aus The Avengers 2: Age of Ultron | © Walt Disney
© Walt Disney

Zuletzt muss gesagt werden, dass The Avengers 2: Age of Ultron mehr denn je ein Film für Kenner und Fans geworden ist, nicht unbedingt der Comics, aber doch zumindest des MCU, denn während es sich beim ersten Teil noch so verhielt, dass ich erst The Avengers sah, bevor ich im Nachgang Bekanntschaft mit Thor und Captain America gemacht habe, und der Film für mich trotzdem uneingeschränkt funktioniert hat, ist die dem MCU eigene Mythologie mittlerweile so weit gediehen, dass sich vieles einem Neuling nicht unbedingt erschließen würde und ich sowieso jedem nur dazu raten kann, zumindest Captain America 2: The Winter Soldier im Vorfeld zu sichten, da dieser – und hier schließt sich der Bogen zum Anfang des Artikels – ganz explizit auf die Geschehnisse des vorliegenden Films hinleitet und auch Captain America als Anführer der Avengers und Black Widow als dessen treue Begleiterin etabliert, was den Schluss des Films, der einen bedeutenden Einschnitt für den Status Quo bedeuten könnte, zumindest aber merklich frischen Wind im Ensemble der Superheldengruppe verspricht, noch bedeutend runder und stimmiger wirken lässt.

Fazit & Wertung:

Joss Whedon ist es in meinen Augen tatsächlich gelungen, sich mit The Avengers 2: Age of Ultron selbst zu übertrumpfen, denn mehr noch als der erste Teil ist dies ein im besten Sinne überladener, action- und temporeicher Comic-Blockbuster allererster Güte, der zwar eine Vielzahl alter wie neuer Figuren ins Feld führt, aber kaum je den Überblick über das wachsende Ensemble verliert, während die größten Stärken des Films unglaublicherweise in dessen ruhigen Momenten zu suchen sind. Dennoch ein Film, den man nur noch als versierter Kenner des MCU vollends genießen kann und sollte. Excelsior!

9 von 10 Superhelden im Kampf um die Rettung der Menschheit

The Avengers 2: Age of Ultron

  • Superhelden im Kampf um die Rettung der Menschheit - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Joss Whedon ist es in meinen Augen tatsächlich gelungen, sich mit The Avengers 2: Age of Ultron selbst zu übertrumpfen, denn mehr noch als der erste Teil ist dies ein im besten Sinne überladener, action- und temporeicher Comic-Blockbuster allererster Güte, der zwar eine Vielzahl alter wie neuer Figuren ins Feld führt, aber kaum je den Überblick über das wachsende Ensemble verliert, während die größten Stärken des Films unglaublicherweise in dessen ruhigen Momenten zu suchen sind. Dennoch ein Film, den man nur noch als versierter Kenner des MCU vollends genießen kann und sollte. Excelsior!

9.0/10
Leser-Wertung 9/10 (3 Stimmen)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 5,5/10 Punkte
Filmverliebt: 4/5 Punkte
Der Kinogänger: 7/10 Punkte
Vieraugen Kino: 3/10 Punkte

The Avengers 2: Age of Ultron erscheint demnächst auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Walt Disney. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:


Kommentare (11)

  1. Der Kinogänger 12. Mai 2015
  2. bullion 12. Mai 2015
      • Der Kinogänger 14. Mai 2015
      • Wulf | Medienjournal 19. Mai 2015
  3. mwj 13. Mai 2015
  4. jacker 16. Mai 2015
      • jacker 21. Mai 2015

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