Review: The Babysitter: Killer Queen (Film)

Das muss man auch erst einmal schaffen, mit einem mittelprächtigen Film das Wochen-Highlight (bislang) zu kredenzen, doch nachdem ich so viel Mäßiges konsumiert und rezensiert habe in den vergangenen Tagen, setzt sich diese völlig unnötige, aber ziemlich unterhaltsame Fortsetzung tatsächlich an die Spitze.

The Babysitter
Killer Queen

The Babysitter: Killer Queen, USA 2020, 101 Min.

The Babysitter: Killer Queen | © Netflix
© Netflix

Regisseur:
McG
Autoren:
Dan Lagana
Brad Morris
Jimmy Warden
McG

Main-Cast:

Judah Lewis (Cole)
Emily Alyn Lind (Melanie)
Jenna Ortega (Phoebe)
Robbie Amell (Max)
Andrew Bachelor (John)
Leslie Bibb (Phyliss)
Hana Mae Lee (Sonya)
Bella Thorne (Allison)
Samara Weaving (Bee)
Ken Marino (Archie)

Genre:
Komödie | Horror

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Babysitter: Killer Queen | © Netflix
© Netflix

Zwei Jahre sind vergangen, seit der junge Cole sich gegenüber einem satanischen Kult unter Führung seiner Babysitterin Bee hat erwehren müssen und sie alle ins Jenseits befördert hat. Zwei Jahre, in denen Cole nun Medikamente nimmt und in psychiatrischer Betreuung ist, denn da keine Leichen gefunden worden sind, meinen alle, er habe sich die Ereignisse nur eingebildet. Einzig Coles Nachbarin Melanie glaubt ihm und überredet ihn letztlich, sie zu einem Wochenende am See zu begleiten, um einmal nicht über die traumatischen Ereignisse in seiner Vergangenheit nachdenken zu müssen. Es dauert allerdings nicht lange, bis Cole mit Entsetzen feststellen muss, dass die vermeintlich von ihm getöteten Kult-Anhänger anscheinend als dämonische Inkarnationen zurückgekehrt sind, um ihm erneut nach dem Leben zu trachten. Aus der Not heraus verbündet er sich mit der neuen Mitschülerin Phoebe, gleichwohl das Gerücht umgeht, sie hätte ihre eigenen Eltern ermordet…

Rezension:

Auch wenn ich seinerzeit von The Babysitter nun wirklich nicht restlos begeistert gewesen bin, hat er mich mit seiner Mischung aus Trash und Splatter und Charme ja doch durchaus für sich einzunehmen gewusst, weshalb ich nun auch dem Nachfolger The Babysitter: Killer Queen eine Chance geben musste, auch wenn man hier auf die von Samara Weaving (Ready or Not) verkörperte Bee, also die eigentlich namensgebende Babysitterin weitestgehend verzichten muss. Dafür aber lässt sich der Rest der Belegschaft nicht lange bitten und kehrt für selbst kleinste Rollen zurück, wobei ich persönlich es schade finde, dass Leslie Bibb als Coles Mutter auch hier wieder absolut nichts zu tun bekommt, was dafür aber zumindest nicht für Ken Marino gilt, der hier eine durchaus unterhaltsame Nebenhandlung bestreiten darf. Aber zurück zum Kern des Ganzen: Dieser zweite Teil folgt ganz klar und offensichtlich dem Credo des Höher-Schneller-Weiter-Prinzips, was aber in dem Fall nicht einmal schlecht ist, denn schon der erste Teil war heillos überzogen, nahm sich zu keinem Zeitpunkt ernst und hat vorrangig deswegen so viel Spaß gemacht.

Szenenbild aus The Babysitter: Killer Queen | © Netflix
© Netflix

Wenn nun also der Gore-Faktor und die Splatter-Einlagen hochgefahren werden, die absurden One-Liner sich häufen, die 80ies-Zitate noch mehr Raum gewinnen und zudem noch die Vorgeschichten der nunmehr dämonisch gewordenen Verbündeten der Babysitterin in bester Grindhouse-Manier zum Besten gegeben werden, dann kann man sich einerseits heimisch fühlen, aber eben auch andererseits nichts von dem Gezeigten ernst nehmen. Gut so, denn dadurch wirkt The Babysitter: Killer Queen noch einmal deutlich unterhaltsamer und kurzweiliger, was in Anbetracht der gesteigerten Laufzeit von knapp hundert Minuten nicht zu erwarten gewesen wäre. Natürlich muss man diesen auf Splatter und Popkultur-Referenzen basierenden Humor mögen, der hier auch manches Mal ziemlich platt vermittelt wird, doch hatte ich schlichtweg meine helle Freude an der munteren Hetzjagd. Gruseln muss man sich da natürlich in den seltensten Fällen – also quasi gar nicht, doch ist das hier sicherlich auch nicht Ziel der Übung.

Schön auch, dass man eine zumindest adäquate, zunächst kurz überraschende Nachfolge für den Babysitter-Part von Bee hat finden können, während ihre Schergen – von Bella Thorne (Assassination Nation) über Robbie Ammell (Upload) bis hin zu Hana Mae Lee und Andrew Bachelor – allesamt zurückkehren, um sich ein weiteres Mal von Cole dahinmetzeln zu lassen. Das wird gekonnt und unterhaltsam variiert, zumal man als Bonus auch noch die vorangegangenen Tode in der Rückschau präsentiert bekommt. Ansonsten steht aber einmal mehr Judah Lewis (Summer of 84) als nunmehr etwas älter gewordener Cole im Vordergrund, der seit Jahren damit leben muss, dass jeder meint, er hätte sich die schicksalsträchtige Nacht aus dem ersten Teil nur eingebildet. Um den Kopf freizubekommen, lädt ihn seine (platonische) Freundin Melanie (Emily Alyn Lind) zu einem Wochenende am See ein, inklusive aller Klischees, die das so mit sich bringt. Und wie zu erwarten, eskalieren die Ereignisse schneller als gedacht.

Szenenbild aus The Babysitter: Killer Queen | © Netflix
© Netflix

Inszenatorisch zieht The Babysitter: Killer Queen ebenfalls alle Register, bedient sich erneut der hier ungemein passenden On-Screen-Texte, liefert zudem eine Handvoll Rückblenden, wie bereits erwähnt und irritiert zu Beginn mit übersteuerter Farbgebung, was aber tatsächlich funktioniert. Das Gesamtkonstrukt wirkt dadurch noch eine ganze Spur verspielter, zugegebenermaßen auch etwas gewollter auf cool getrimmt, wofür auch die aus gängigen Social-Media-Kanälen entlehnten One-Liner sprechen, die mit Verzweiflung nach der Assoziation Zeitgeist geifern. Aber hey, genau diese Art überdrehter – nein, übersteuerter – Unterhaltung habe ich mir erhofft und da macht es schon kaum noch etwas aus, dass es sich im Grunde um eine mäßig inspirierte Variation des Erstlings handelt (zumal ja sogar dieselben Personen ums Eck gebracht werden), die vor allem überhaupt nicht notgetan hätte, derweil Regisseur McG (Das gibt Ärger) natürlich auch hier die Chance nutzt, zum Ende hin einen etwaigen dritten Teil anzuteasern. An der Trophäe, besser zu sein als sein Vorgänger, schrappt der Film zwar knapp vorbei, hat bei mir zumindest in Sachen Unterhaltungswert aber ebenso knapp die Nase vorn.

Fazit & Wertung:

McG offeriert nach dem unerwarteten Erfolg des Erstlings mit The Babysitter: Killer Queen eine Fortsetzung zu seiner Horror-Komödie, die zwar absolut nicht notgetan hätte und zuweilen wie an den Haaren herbeigezogen wirkt, dafür aber nicht minder unterhaltsam und noch blutiger und übersteuerter daherkommt. Sicherlich kein anspruchsvoller, aber herrlich derber Spaß mit einem bestens aufgelegten Cast.

6,5 von 10 makabren Morden

The Babysitter: Killer Queen

  • Makabre Morde - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

McG offeriert nach dem unerwarteten Erfolg des Erstlings mit The Babysitter: Killer Queen eine Fortsetzung zu seiner Horror-Komödie, die zwar absolut nicht notgetan hätte und zuweilen wie an den Haaren herbeigezogen wirkt, dafür aber nicht minder unterhaltsam und noch blutiger und übersteuerter daherkommt. Sicherlich kein anspruchsvoller, aber herrlich derber Spaß mit einem bestens aufgelegten Cast.

6.5/10
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The Babysitter: Killer Queen ist seit dem 10.09.2020 exklusiv bei Netflix verfügbar.

vgw

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