Review: What We Do in the Shadows | Staffel 1 (Serie)

Auch heute habe ich natürlich wieder eine Serien-Kritik in petto, wollte mich aber ob des guten Wetters noch ein wenig gedulden, bis der Sonnenschein sich langsam gen Horizont neigt, zumal das heute auch thematisch gut passt, denn die Protagonisten der nachfolgenden Serie können mit dieser garstigen Sonne gar herzlich wenig anfangen.

What We Do in the Shadows
Staffel 1

What We Do in the Shadows, USA 2019-, ca. 23 Min. je Folge

What We Do in the Shadows | © FX Network
© FX Network

Serienschöpfer:
Jemaine Clement
Ausführende Produzenten:
Jemaine Clement
Taika Waititi
Paul Simms
Scott Rudin
Garrett Basch
Eli Bush

Main-Cast:
Kayvan Novak (Nandor)
Matt Berry (Laszlo)
Natasia Demetriou (Nadja)
Harvey Guillén (Guillermo)
Mark Proksch (Colin Robinson)
in weiteren Rollen:
Doug Jones (Baron Afanas)
Beanie Feldstein (Jenna)
Jake McDorman (Jeff Suckler)

Special Guests:

Taika Waititi (Viago)
Jemaine Clement (Vladimir)
Tilda Swinton (Tilda)
Evan Rachel Wood (Evan)
Danny Trejo (Danny)
Wesley Snipes (Wesley)
Jonny Brugh (Deacon)
Dave Bautista (Garrett)

Genre:
Komödie | Fantasy | Horror

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus What We Do in the Shadows | © FX Network
© FX Network

Ein Dokumentar-Filmteam hält das tägliche – oder besser nächtliche – Leben einer Vampir-WG im New York dieser Tage fest, die bereits seit mehr als hundert Jahren zusammenlebt und trotz ihres Alters oft noch so ihre Probleme hat, sich in den menschlichen Alltag zu integrieren. Das wird nicht gerade besser, als der aus der alten Welt stammende Baron bei ihnen eintrifft und nichts weniger fordert, als dass die Vampire doch endlich die Menschen unterjochen und zunächst einmal wenigstens Staten Island unter ihre Kontrolle bringen mögen. Weder das nominelle WG-Oberhaupt Nandor, noch das Ehepaar Laszlo und Nadja sind von diesem Plan angetan, während der im Keller residierende Energievampir Colin Robinson von allen die meiste Zeit ohnehin vergessen wird und dementsprechend kaum Mitspracherecht besitzt. Nichtsdestotrotz beauftragt Nandor seinen menschlichen Lakaien Guillermo, zumindest einen Plan zu fassen, wie sich die Eroberung von Staten Island realisieren ließe…

Rezension:

Als ich vor ziemlich genau einem Jahr den 2014 entstandenen 5 Zimmer Küche Sarg an dieser Stelle rezensiert habe, stand dessen Serien-Ableger What We Do in the Shadows zumindest in den USA bereits in den Startlöchern und auch wenn hier nun nicht die liebgewonnene neuseeländische Vampir-WG um Viago und Vladislav im Zentrum steht und das Geschehen nach New York verlagert worden ist, war ich doch mehr als gespannt auf die FX-Produktion. Zudem ist selbige immerhin ebenfalls von Jemaine Clement (der gemeinsam mit Taika Waititi (Thor 3) für Drehbuch und Regie des Films verantwortlich zeichnete) konzipiert worden, während Waititi bei der ersten Episode die Regie übernommen hat und auch sich auch beide nicht zu schade waren, zumindest für einen (genialen) Gastauftritt erneut in ihre Rollen als Vladislav und Viago zu schlüpfen. Trotz Neugierde und Begeisterung wurde es dann für mich allerdings schnell still um die Serie, denn nirgends ließen sich Hinweise ausmachen, die eine Ausstrahlung hierzulande ankündigen würden und ausgerechnet durch das derzeit verordnete Daheimbleiben stieß ich nun jüngst zufällig darauf, dass zumindest die erste Staffel mittlerweile als JOYN-Exclusive gehandelt wird, was mich dann prompt zu einem Probe-Abo verleitet hat, um nun – eine Jahr später als erhofft – doch noch in den Genuss der Serie zu kommen.

Szenenbild aus What We Do in the Shadows | © FX Network
© FX Network

Für mich hauptsächlich zu befürchten stand, dass die Serie von FX (von denen beispielsweise auch das langlebige wie erfolgreiche American Horror Story stammt) es nicht schaffen würde, den spezifischen Ton, Look und Humor des Films zu treffen, doch kann ich dahingehend direkt Entwarnung geben, was sicherlich auch mit Waititis Regie bei der ersten Folge Die Vampir-WG (1.01) zusammenhängen mag, denn von der spleenigen Art der Vampire bis hin zu deren Akzenten bleibt alles erhalten, was auch schon den Film aus der Masse hat herausstechen lassen, wenn auch die WG-Situation in New York freilich eine andere ist und man es sich – zum Glück – auch nicht so einfach macht, einfach dieselben Archetypen ins Haus zu sperren (auch wenn sich gewisse Parallelen ausmachen lassen). Auch an dem pseudo-dokumentarischen Stil der Chose hat sich nichts geändert und so werden die Vampire wie auch der menschliche Gehilfe Guillermo (Harvey Guillén) ein ums andere Mal zum Gespräch gebeten und geben Anekdoten aus ihrer Vergangenheit und ihrem Alltag zum Besten. Der Fokus liegt dabei ganz klar auch weiterhin auf der humoristischen Sparte, so dass es selten wirklich blutig, geschweige denn gruselig wird, wobei es sehr zu begrüßen ist, dass man gänzlich auf CGI-Spielereien verzichtet hat, was dem Ganzen einen angenehm "handgemachten" Look verleiht.

Müsste man What We Do in the Shadows etwas ankreiden, dann, dass es sich doch größtenteils um sehr episodische Geschehnisse handelt und beinahe jede Folge mühelos ohne Kontext verfolgt werden kann, denn auch wenn es eine rudimentäre, fortlaufende Handlung geben mag, die mit dem Erscheinen des Baron (Doug Jones) in der ersten Episode ihren Anfang findet, tritt dieser Handlungsbogen auch gern mal für mehrere Folgen in den Hintergrund, um stattdessen mehr Skurriles und Amüsantes aus dem Alltagsleben der Vampire zum Besten zu geben. Nichtsdestotrotz hält die Serie ihr Niveau die meiste Zeit auf vorzügliche Weise und man merkt, dass noch einiges an unverbrauchten Ideen in der Schublade lauert, deren bestes Beispiel wohl Colin Robinson (Mark Proksch) als ungeliebter WG-Bewohner sein dürfte. Bei dem nämlich handelt es sich um einen Energievampir, zudem "Daywalker", der allerdings aufgrund seiner einschläfernden Art nicht gerade hoch in der Gunst der eher "klassischen" Vampire steht. Insbesondere was diese angeht, namentlich Nandor (Kayvan Novak), Laszlo (Matt Berry) und Nadja (Natasia Demetriou), werden ihre Ausführungen auch immer wieder von eingeblendeten Malereien, Skizzen, Gemälden und Kunstwerken begleitet, die nicht nur ihren Lebensweg nachzeichnen, sondern auch auf gelungene Art ihre früheren Eskapaden bebildern.

Szenenbild aus What We Do in the Shadows | © FX Network
© FX Network

Gar nicht mal so heimliches Highlight der insgesamt zehnteiligen Staffel ist derweil die Episode Der Rat der Vampire (1.07), denn hier lassen sich nicht nur die Gastauftritte von Clement und Waititi verorten, nein, es geben sich gleich eine ganze Handvoll DarstellerInnen die Klinke in die Hand, die bereits in mehr oder minder bekannten Vampir-Storys eine Rolle innehatten, angefangen von Tilda Swinton (Only Lovers Left Alive), über Evan Rachel Wood (True Blood) bis hin zu Wesley Snipes (Blade), wobei damit das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist. Überhaupt punktet What We Do in the Shadows immer wieder mit großartigem Meta-Humor und macht die Staffel nicht nur dank der Kürze der einzelnen Episoden zu einem mehr als kurzweiligen Vergnügen, weshalb es umso schöner ist, dass ich auch diesen Artikel mit der Feststellung beschließen kann, dass (zumindest in den USA) die zweite Staffel bereits in den Startlöchern steht und Mitte April Premiere feiern wird. Denn auch wenn die Rahmenhandlung oft vernachlässigt worden sein mag, wartet doch ausgerechnet die finale Folge Dunkles Erbe (1.10) mit einem Cliffhanger auf, der brennend neugierig auf die Fortsetzung macht.

Fazit & Wertung:

Die erste Staffel der FX-Serie What We Do in the Shadows bewahrt sich alle Qualitäten des zugrundeliegenden, hierzulande als 5 Zimmer Küche Sarg bekannten Films von Jemaine Clement und Taika Waititi und ist dementsprechend ähnlich unterhaltsam und gelungen geraten, wenn man sich dem spleenigen Humor einer von einem Dokumentar-Filmteam begleiteten Vampir-WG verbunden und aufgeschlossen fühlt.

8 von 10 exzentrischen Unsterblichen

What We Do in the Shadows | Staffel 1

  • Exzentrische Unsterbliche - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Die erste Staffel der FX-Serie What We Do in the Shadows bewahrt sich alle Qualitäten des zugrundeliegenden, hierzulande als 5 Zimmer Küche Sarg bekannten Films von Jemaine Clement und Taika Waititi und ist dementsprechend ähnlich unterhaltsam und gelungen geraten, wenn man sich dem spleenigen Humor einer von einem Dokumentar-Filmteam begleiteten Vampir-WG verbunden und aufgeschlossen fühlt.

8.0/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Die Vampir-WG (8/10)
02. Der Stadtrat (8/10)
03. Die Werwolf-Fehde (7,5/10)
04. Der verfluchte Hut (7,5/10)
05. Ein Herz für Tiere (7,5/10)
06. Der Baron geht aus (8,5/10)
07. Der Rat der Vampire (9/10)
08. Nandor, der Heimatlose (8/10)
09. Die Orgie (7,5/10)
10. Dunkles Erbe (8,5/10)

 
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What We Do in the Shadows | Staffel 1 ist seit Februar 2020 exklusiv bei Joyn Plus+ verfügbar.

vgw

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