Review: Agent Carter | Staffel 1 (Serie)

Das Marvel Cinematic Universe

Marvel Cinematic Universe

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Wie bereits am Samstag angekündigt, folgt heute außerplanmäßig eine Serien-Review, nachdem ich euch bereits am Wochenende mit einer Buch-Rezension beehrt habe. Und natürlich geht es einmal mehr ums allgegenwärtige Thema Marvel.

Agent Carter
Staffel 1

Agent Carter, USA 2015-2016, ca 42 Min. je Folge

Agent Carter | © Walt Disney
© Walt Disney

Serienschöpfer:
Christopher Markus
Stephen McFeely
Showrunner:
Tara Butters
Michele Fazekas
Chris Dingess

Main-Cast:
Hayley Atwell (Peggy Carter)
James D’Arcy (Edwin Jarvis)
Chad Michael Murray (Jack Thompson)
Enver Gjokaj (Daniel Sousa)
Shea Whigham (Roger Dooley)
in weiteren Rollen:
Dominic Cooper (Howard Stark)
Lyndsy Fonseca (Angie Martinelli)
Ralph Brown (Dr. Ivchenko)
Bridget Regan (Dottie Underwood)
Kyle Bornheimer (Ray Krzeminski)
Meagen Fay (Miriam Fry)
Lesley Boone (Rose)
James Frain (Leet Brannis)
Neal McDonough (Dum-Dum Dugan)
Toby Jones (Dr. Arnim Zola)

Genre:
Action | Abenteuer | Krimi | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Agent Carter | © Walt Disney
© Walt Disney

Wir schreiben das Jahr 1946. Der Zweite Weltkrieg ist beendet und Red Skull wurde besiegt, doch Captain America stürzte auch ab und gilt seitdem als verschollen. Agent Peggy Carter, bei der Geheimorganisation SSR tätig, fühlt sich trotz ihrer früheren Erfolge und Verdienste zurückgesetzt, denn nach der Rückkehr der Soldaten aus Übersee spielt sie nur noch die zweite Geige und wird lediglich mit einfachen Verwaltungsaufgaben und dem Servieren von Kaffee betraut. Dann allerdings sucht Howard Stark den Kontakt zu ihr und bittet sie um ihre Hilfe, denn es scheint, dass eine noch unbekannte Organisation nicht nur einige seiner brisantesten Erfindungen und Pläne entwendet, sondern ihn auch in der Öffentlichkeit in Misskredit bringt. Während Stark selbst untertaucht, stellt er Peggy seinen treuen Butler Edwin Jarvis zur Seite, doch kann der ihr auch nicht wirklich dabei helfen, als Doppelagentin teils gegen ihre eigenen Kollegen vom SSR vorgehen zu müssen, doch Peggy ist dieser Aufgabe freilich mehr als gewachsen…

Rezension:

In Vorbereitung auf Avengers: Endgame habe ich mir in den Wochen zuvor nicht nur erneut zumindest den dritten Thor und Infinity War erneut zu Gemüte geführt, sondern mich in der "Bekämpfung" meiner Vorfreude auch ein weiteres Mal an Agent Carter herangewagt, womit es im zeitgeschichtlichen Kontext zu den Anfängen der Infinity-Saga zurückgeht, derweil ich zumindest nach dieser ersten Staffel noch nicht recht verstehen mag, warum die Serie bereits nach ihrem zweiten Jahr eingestellt worden ist und nicht – wie etwa Agents of S.H.I.E.L.D. – noch immer läuft. Dabei verfolgen die von den ABC Studios produzierten Shows gleichsam eigene Wege und ergänzen sich andererseits auf wundersame Art und Weise, wie man zuweilen bemerkt. Da hat es auf der einen Seite die SSR (Strategic Scientific Research) und auf der anderen Seite eben S.H.I.E.L.D. (Strategic Homeland Intervention, Enforcement and Logistics Division), in deren Strukturen die SSR viele Jahre nach dem Ende der in den 1940ern angesiedelten Serie aufgehen wird. Im Mittelpunkt des Ganzen steht freilich – der Titel lässt es vermuten – Agent Peggy Carter, die allerdings zu Beginn der Serie bei der SSR nur ein kleines Licht darstellt und allein für ihr Frau-Sein von den sonst männlichen Kollegen belächelt und verhätschelt wird.

Szenenbild aus Agent Carter | © Walt Disney
© Walt Disney

Dass das dieser so toughen und wagemutigen Agentin kaum gerecht wird, wissen wir freilich schon aus Captain America: The First Avenger und der Brückenschlag von dort ins Serienformat ist hier außerordentlich gelungen, zumal man selbstredend Hayley Atwell (Testament of Youth) auch für Agent Carter als Hauptdarstellerin verpflichtet hat und quasi exakt dort einsetzt, wo der Film endete. Ansonsten tritt auch hier wieder Dominic Cooper (Preacher) in der Rolle des jungen Howard Stark in Erscheinung und selbst Neal McDonough (Mob City) absolviert zumindest einen Gastauftritt als Timothy ‚Dum Dum‘ Dugan in der Episode Im Feindesland (1.05), wobei ich mich bezüglich weiterer Cameos aus Spoiler-Gründen in Schweigen hüllen möchte. Ansonsten geht Agent Carter freilich den Weg des Crime Noir und gibt eine Agentengeschichte in bester, altmodischer Manier zum Besten, die auch ohne weitere Vorkenntnisse gut funktionieren dürfte, als Teil des Gesamtkonzepts des Marvel Cinematic Universe aber natürlich noch befriedigender und lohnender sein dürfte.

Darüber hinaus hat man sich mit Chad Michael Murray, Enver Gjokaj (Come and Find Me) und Shea Whigham (Boardwalk Empire) gleich mehrerer, mehr oder minder bekannter Film- und Serien-Stars versichert, um die SSR mit Leben zu füllen, die hier von einem vergleichsweise überschaubaren Büro aus operiert und zunächst nicht ahnt, dass Carter sich als Doppelagentin von dem unter Verdacht geratenen Stark hat anwerben lassen, was auch dazu führt, dass sie die Hilfe von dessen getreuem Butler Jarvis (James D’Arcy, Schneemann) in Anspruch nehmen kann, der übrigens in der deutschen Synchronfassung dieselbe Stimme spendiert bekommen hat wie Tony Starks Computerprogramm J.A.R.V.I.S. beziehungsweise später Vision, was genau die kleinen Details sind, für die ich das MCU mitunter so mag. Geschichtlich ist Agent Carter derweil in den gerade mal acht Episoden angenehm wendungsreich und wartet mit so mancher Überraschung auf, auch wenn die Show ein wenig braucht, um so richtig in den Tritt zu kommen. Bahnbrechend Neues muss man sic hier nicht erwarten und auch für das Verständnis des Marvel-Franchise ist dieser Mosaikstein nicht zwingend vonnöten, doch es ist schön zu sehen, wie eine Figur, die über sämtliche Captain America-Filme hinweg indirekt präsent gewesen ist, hier ihr eigenes Abenteuer spendiert bekommt und sich zudem noch mühelos gegenüber ihren männlichen Kollegen behaupten kann, was im Grunde die um Captain Marvel entbrannte Diskussion hier schon vorweg nimmt, zumal Peggy nicht einmal über Superheldenkräfte verfügt.

Szenenbild aus Agent Carter | © Walt Disney
© Walt Disney

Durch die Verortung im New York der 1940er ist die Serie aber natürlich auch vom Look her ganz und gar andersartig geraten und kann nur indirekt Bezug auf spätere und andere Abenteuer nehmen, wenn wir hier beispielsweise dem Vater des aus Iron Man 2 bekannten Ivan Vanko begegnen. Zum Glück sieht sich Agent Carter aber auch gar nicht in der Position, auf Teufel komm raus Anknüpfungspunkte zu finden und Querverweise zu stapeln, sondern erzählt schlichtweg selbstbewusst eine gelungene und spannende Agenten-Geschichte, deren Gefallen aber ganz sicherlich mit der Sympathie für die namensgebende Hauptfigur steht und fällt. Was aber als "nur" gelungene Unterhaltung beginnt, schwingt sich spätestens in der zweiten Staffelhälfte zu neuen Höhen auf, wenn sich der wahre Bösewicht enttarnt, Peggy ins Kreuzfeuer gerät und schockierende Ereignisse Opfer zu fordern beginnen. Nun weiß ich natürlich nicht, wie die Show sich in ihrer zweiten Staffel entwickeln wird, doch gemessen an dem, was in dieser ersten Staffel präsentiert wird, hätte durchaus das Potential bestanden, über Jahre hinweg spannende Geschichten mit Peggy zu erzählen, zumal bis zu ihrem Ableben noch einiges an Zeit verstreicht, was wohl auch der Plan der Serienschöpfer gewesen wäre. Bei denen handelt sich übrigens um Christopher Markus und Stephen McFeely, die eben nicht nur sämtliche Captain America-Skripte verantwortet haben, sondern sich jüngst auch mit den Drehbüchern zu Infinity War und Endgame in die Herzen der Fans geschrieben haben.

Fazit & Wertung:

Die erste Staffel Agent Carter präsentiert sich als gelungene Crime-Noir-Show mit gehörig Agenten-Thriller-Feeling, in der insbesondere Hauptdarstellerin Hayley Atwell zu glänzen versteht und sich mühelos gegenüber der männlichen Riege an Kollegen aber auch Gegnern zu behaupten weiß. Ungeachtet der frühen Absetzung nach nur zwei Staffeln sicherlich ein Kapitel des MCU, das man sich nicht entgehen lassen sollte, speziell wenn es auch einmal ganz ohne Superhelden und -schurken, aber nicht minder atmosphärisch und unterhaltsam zur Sache gehen darf.

8 von 10 streng geheimen Operationen

Agent Carter | Staffel 1

  • Streng geheime Operationen - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Die erste Staffel Agent Carter präsentiert sich als gelungene Crime-Noir-Show mit gehörig Agenten-Thriller-Feeling, in der insbesondere Hauptdarstellerin Hayley Atwell zu glänzen versteht und sich mühelos gegenüber der männlichen Riege an Kollegen aber auch Gegnern zu behaupten weiß. Ungeachtet der frühen Absetzung nach nur zwei Staffeln sicherlich ein Kapitel des MCU, das man sich nicht entgehen lassen sollte, speziell wenn es auch einmal ganz ohne Superhelden und -schurken, aber nicht minder atmosphärisch und unterhaltsam zur Sache gehen darf.

8.0/10
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Das ist nicht das Ende (7,5/10)
02. Brücke und Tunnel (7,5/10)
03. Agent im Kreuzfeuer! (8/10)
04. Bedrohte Zukunft (8/10)
05. Im Feindesland (8/10)
06. Auf der Flucht (8,5/10)
07. Kein guter Tag (9/10)
08. Das ist erst der Anfang (8,5/10)

 

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Agent Carter | Staffel 1 ist am 08.12.16 als Teil einer Gesamtbox mit beiden Staffeln der Serie auf DVD und Blu-ray bei Walt Disney erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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